Jugendliches Engagement ist gefragt

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Böblingen.| Ende November wird in Böblingen zum sechsten Mal ein Jugendgemeinderat gewählt. Bis zum 17. Oktober 2017 dürfen sich engagierte und interessierte junge Menschen melden, die sich vor Ort für die Belange der Jugendlichen einbringen wollen. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre.

„Die Voraussetzungen um Jugendgemeinderat zu werden sind denkbar einfach“, so Frank Kienzler, der Leiter des städtischen Jugendreferats. „Alle Böblinger Jugendlichen, die in der Zeit vom 16. bis 22. November 2017 mindestens 14 und noch keine 19 Jahre alt sind, können für einen der 17 Sitze kandidieren oder in der Wahlwoche ihre Stimmen abgeben.“

Der Stadtjugendreferent wirbt dafür, dass sich in den nächsten Wochen wieder viele Kandidatinnen und Kandidaten finden, damit das Jugendgremium auch künftig aus einer engagierten und kreativen Mischung Jugendlicher bestehen wird.

Aufwand hält sich in Grenzen
Neben drei öffentlichen Sitzungen im Jahr gibt es alle zwei Wochen Arbeitstreffen, in denen an aktuellen Themen und Projekten gearbeitet wird. „Der Zeitaufwand sei gut mit anderen Tätigkeiten zu vereinbaren,“ so Kienzler und „die Schule geht natürlich immer vor.“

Um Jugendliche über Kandidatur und Wahl zu informieren, wollen die scheidenden Jugendgemeinderäte, unterstützt durch Mitarbeiter des Jugendreferats, vor allem an den Schulen unterwegs sein; auch oder vor allem, um das persönliche Gespräch zu suchen. Parallel werden die rund 2.300 Wahlberechtigten mit einem Infoflyer angeschrieben, mit dem sie sich ganz unkompliziert als Kandidatin bzw. Kandidat bewerben können. Daneben werden Schulen, Vereine, Jugendverbände und Jugendorganisationen informiert und um Unterstützung bei der Kandidatenakquise gebeten. „Die Wahlvorbereitungen laufen damit auf Hochtouren“, berichtet Frank Kienzler, der zugleich auch Wahlleiter ist. Er sieht das Wahlverfahren selbst als wichtigen Teil politischer Bildung. Jugendgemeinderäte seien ein gutes Beispiel, wie in einem demokratisch geführten Land die Meinungsbildung aktiv mitgestaltet werden kann.

Die Wahl läuft online
Die Möglichkeit, online über mehrere Tage hinweg zu wählen, wird der flexiblen Lebenswelt der Jugendlichen gerecht. So haben die Jugendlichen die Möglichkeit, wann immer sie in der Wahlwoche die Zeit dazu finden, ihr Votum via PC, Tablet oder Smartphone abzugeben.

Weitere Infos zum Jugendgemeinderat und den Infoflyer zur Kandidatur gibt es im Internet unter www.jugendgemeinderat-bb.de und auf der Homepage der Stadt Böblingen www.boeblingen.de/jugend

Für eine jugendgerechte Weiterentwicklung der Stadt Böblingen ist das Jugendgremium ein wichtiger Baustein bei der Entscheidungsfindung. Das Jugendparlament hat daher im städtischen Jugendhaus casa nostra ein eigenes Büro bzw. Sitzungszimmer, wird dort hauptamtlich betreut und hat ein Budget für eigene Projekte. Außerdem verfügt der JGR über ein Antrags-, Anhörungs- und Rederecht im Gemeinderat und wird in jugendrelevanten Fragen von der Verwaltung in den Prozess der Entscheidungsfindung einbezogen. Anders als beim Gemeinderat gibt es keine Fraktionen, es wird keine Parteipolitik betrieben. Im Vordergrund stehen in erster Linie die Interessen und Anliegen der Jugend.

Durch die vielfältige Zusammensetzung der bisherigen Jugendgemeinderäte gab es bereits sehr unterschiedliche Schwerpunktsetzungen. Mal war die Arbeit von jugendpolitischen Ambitionen geprägt, mal war sie bürgernah und natürlich kamen die Freizeitinteressen der Jugendlichen zur Sprache. Auch Vertreter der Politik von Kommune, Land und Bund sind den Einladungen zu diversen Veranstaltungen gern gefolgt und haben mit den Jugendlichen debattiert. So unter anderem beim Projekt „Politik nah an der Jugend“, als am Lise-Meitner-Gymnasium Schülerinnen und Schüler mit Politikern über die aktuelle Flüchtlingssituation sprachen.