GALAMSEY – FÜR EINE HANDVOLL GOLD von Johannes Preuss gewinnt Studenten-Oscar

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44. Student Academy Awards

Johannes Preuss, Student im Studienschwerpunkt Fernsehjournalismus an der Ludwigsburger Filmakademie Baden-Württemberg, gehört mit seinem Film GALAMSEY – FÜR EINE HANDVOLL GOLD zu den Gewinnern der diesjährigen Student Academy Awards. Dies gab die Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences, Los Angeles, heute bekannt. Die knapp 30-minütige Reportage setzte sich in der Kategorie „Documentary“ gegen die internationale Konkurrenz durch.

Die Freude in Ludwigsburg ist natürlich riesig: Mit GALAMSEY – FÜR EINE HANDVOLL GOLD geht die begehrte Auszeichnung nun schon zum fünften Mal nach 1998 (Thorsten Schmid für ROCHADE), 2007 (Toke Constantin Hebbeln für NIMMERMEER), 2012 (Thomas Stuber  für VON HUNDEN UND PFERDEN) und 2015 (Dustin Loose für ERLEDIGUNG EINER SACHE) an eine Produktion der Ludwigsburger Filmschule. Insgesamt haben es seit dem Bestehen der Filmakademie bereits vierzehn studentische Produktionen in die Finalrunde des weltweit bedeutendsten Nachwuchswettbewerbs geschafft.

Petra Olschowski, Kunststaatssekretärin Baden-Württemberg: „Ich gratuliere Johannes Preuss herzlich zum Gewinn des diesjährigen Studenten-Oscars! Was für ein  wunderbarer Erfolg gerade auch für eine Produktion, die sich als subjektiv erzählte Reportage über illegale Goldgräber in Ghana einem kritischen Thema widmet. Die Auszeichnung eines Studierenden der Filmakademie Baden-Württemberg ist aber auch ein erneuter Beweis dafür, dass Talente hier die richtigen Rahmenbedingungen für ihr Studium vorfinden. Daher gratuliere ich auch der Filmakademie Baden-Württemberg, die den Gewinn des Studenten-Oskars überhaupt erst ermöglicht hat.“

Prof. Thomas Schadt, Geschäftsführer der Filmakademie Baden-Württemberg: „Ich gratuliere dem gesamten Team von GALAMSEY von Herzen – es hat eine investigative und mutige Reportage von politischer Brisanz geschaffen. Johannes Preuss hatte durch seine vorausgegangene Arbeit als Entwicklungshelfer in Ghana einen einzigartigen Zugang zu dem Thema, dessen Auswirkungen und den Protagonisten. Diesen hat er hervorragend genutzt. Ich bin stolz auf unsere Studierenden und freue mich sehr, dass nun zum insgesamt fünften Mal – und zum ersten Mal im Bereich Dokumentarfilm – der Oscar nach Ludwigburg geholt wurde.“

Johannes Preuss (Regie, Kamera, Producer) und sein Team: Claudio Demel (Sounddesign), Manuel Sosnowski (Montage/Schnitt), Oleg Kauz (Animation) und Chiara Strickland (Filmmusik) dokumentieren in GALAMSEY – FÜR EINE HANDVOLL GOLD das illegale Goldgeschäft in Westafrika und gehen der Frage nach, was es für die Bewohner einer der kleinen ghanaischen Stadt Twifu Praso bedeutet, dass eine riesige Goldader durch ihr Land führt. Als junger Entwicklungshelfer hatte Johannes Preuss bereits erlebt, wie der Goldrausch die kleine Stadt ergriffen hatte. Einige Jahre später kehrte er für seine Reportage dorthin zurück, um herauszufinden, was der vermeintliche Goldsegen den Menschen wirklich gebracht hat: Wer sind die Profiteure und wer die Opfer bei dieser zerstörerischen Jagd auf funkelnde Steine?

Der 1983 in Berlin geborene Johannes Preuss absolvierte zuerst ein Magisterstudium in den Fächern Politik, Geschichte und Romanistik an der Universität Bonn. Als Stipendiat im Nachwuchsförderprogramm des Deutschen Entwicklungsdienstes war er zunächst als Berater eines Bürger-Radios im westafrikanischen Ghana tätig und arbeitete im Anschluss als Autor und Produzent von Filmen für Projekte der Entwicklungszuammenarbeit u.a. in Ghana, Nigeria und Mexiko. Aktuell studiert Preuss Fernsehjournalismus an der Filmakademie Baden-Württemberg. Der Studienschwerpunkt deckt das gesamte Spektrum filmischer Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich der Wissensprogramme im deutschen Fernsehen ab.

Nach Angaben der Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences gab es in diesem Jahr 1.573 Einsendungen aus den USA und der ganzen Welt, von denen 38 Filme um die Studenten-Oscars konkurrierten. Im Jahr 2016 hatte man die Möglichkeiten für den weltweiten Filmnachwuchs erweitert und erlaubt seitdem Einreichungen in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Animationsfilm. Schon im Vorfeld war die Filmakademie Baden-Württemberg hier sehr erfolgreich und hatte mit Nominierungen in den Kategorien „Narrative“ (FREIBADSINFONIE, Regie: Sinje Köhler), „Animation“ (CHILD, Regie: Iring Freytag, Viktor Stickel und Linus Stetter) sowie natürlich mit GALAMSEY in der Kategorie „Documentary“ drei Eisen im Feuer, um die prestigeträchtige Trophäe nach Ludwigsburg zu holen.

Die drei besten Spielfilme werden in der Kategorie Narrative (International Film Schools) mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Hier wartet die weitere deutsche Oscar-Produktion der Hamurg Media School auf die Nachricht, welchen Platz sie erreichen wird. in den Kategorien Animation (International Film Schools) und Documentary (International Film Schools) erhält jeweils ein Film den Studentenoscar in Gold. Die Preisträger der Studenten-Oscars nehmen gemeinsam an einem einwöchigen Programm in Hollywood teil, das mit der Preisverleihung am 12. Oktober endet. Zudem sind alle Studenten-Oscar-Gewinnerfilme für die regulären Oscars teilnahmeberechtigt.