Von der digitalen zur Gigabit-Gesellschaft

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Berlin.| Alle Menschen in Deutschland sollen die Chancen der Digitalisierung nutzen können. Das ist das erklärte Ziel der Digitalen Agenda der Bundesregierung. Voraussetzung dafür ist ein flächendeckender Zugang zu leistungsfähigen Breitbandanschlüssen. Das bisher Erreichte kann sich sehen lassen.

Mehr als 75 Prozent der Haushalte haben bereits heute Zugang zu schnellem Internet mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Bis Ende 2018 sollen diese Bandbreiten allen Haushalten in Deutschland zur Verfügung stehen. Entscheidend für wirtschaftliches Wachstum und steigenden Wohlstand sind mittel- bis langfristig jedoch gigabitfähige Netze.

Breitbandförderprogramm des Bundes
Insgesamt sieht das Bundesprogramm für den Breitbandausbau vier Milliarden Euro an Fördermitteln vor. Damit erhalten Landkreise und Kommunen in unterversorgten Gebieten seit November 2015 Zuschüsse von bis zu 70 Prozent der Investitionssumme. Der Höchstbetrag pro Projekt liegt bei 15 Millionen Euro. Das Bundesprogramm ist mit Förderprogrammen der Länder kombinierbar.

Zudem startete im Januar 2017 ein Sonderprogramm Gewerbegebiete. Damit stellt der Bund gezielt 350 Millionen Euro bereit, um unterversorgte Gewerbe- und Industriegebiete sowie Häfen an das Glasfasernetz anzuschließen. Neben der Anbindung einzelner Betriebe werden die öffentlich zugänglichen Flächen der Gewerbe- und Industriegebiete mit kostenlosem WLAN ausgestattet.

Netzallianz Digitales Deutschland
Die von der Bundesregierung initiierte „Netzallianz Digitales Deutschland“ hat den Breitbandausbau spürbar vorangebracht. So haben die in der Netzallianz repräsentierten Telekommunikationsunternehmen allein in den Jahren 2015 und 2016 jeweils acht Milliarden Euro in das schnelle Internet investiert. Ab 2017 sollen die Investitionen bedarfsgerecht weiter steigen.

Darüber hinaus haben die Mitglieder der Netzallianz die „Zukunftsoffensive Gigabit-Deutschland“ beschlossen. Ziel der gemeinsamen Strategie ist es, 100 Milliarden Euro zu investieren, um bis 2025 in ganz Deutschland ein hochleistungsfähiges Breitbandnetz zu errichten. Damit sollen Netzgeschwindigkeiten im Gigabit-Bereich ermöglicht werden.

Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze
Eine zusätzliche Dynamik beim Ausbau von Glasfaserkabeln entfaltet die Bundesregierung mit dem 2016 verabschiedeten „Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze“ (DigiNetz-Gesetz). Das DigiNetz rundet den marktgetriebenen Ausbau und die Förderung von noch nicht mit Breitband erschlossenen weißen Flecken ab.

Das DigiNetz Gesetz stellt sicher, dass moderne Glasfaserleitungen bei der Erschließung von Neubaugebieten künftig immer mitverlegt werden. Auf diese Weise stellt das DigiNetz-Gesetz die Verlegung modernster Infrastrukturen sowohl in Wohn- als auch in Gewerbegebieten sicher. Damit macht Deutschland einen weiteren großen Schritt in Richtung Gigabit-Gesellschaft der Zukunft.

Eine 5G-Strategie für Deutschland
Die Bundesregierung hat mit der Digitalen Dividende II bereits 2015 die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich für den Mobilfunk bereitgestellt und ist damit Vorreiter in Europa. Nun richtet sie den Blick weiter nach vorne: Deutschland soll zum Leitmarkt für den neuen Mobilfunkstandard 5G werden. Das ist das Ziel der „5G-Strategie für Deutschland“, die das Bundeskabinett auf den Weg gebracht hat.

Mit 5G lassen sich große Datenmengen zuverlässig übertragen – mit bis zu 20 Gigabit pro Sekunde. 5G wird damit zu einer digitalen Schlüsseltechnologie im Zeitalter der Vernetzung und soll eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle bedienen. Dazu gehören unter anderem das automatisierte und vernetzte Fahren, Industrie 4.0 sowie die Telemedizin. Die neue Technik soll ab 2020 verfügbar sein.