ZAUBERKUNST, CIRCUS UND VERFÜHRUNG

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Foto: Friedrichsbauvarieté
SPIELSAISON 2017/2018 IM FRIEDRICHSBAU VARIETÉ


Stuttgart.| Am 8. September startet das Friedrichsbau Varieté in die neue Spielsaison 2017/2018 mit der Eigenproduktion „Illusion – Do not trust your eyes“. Ein im wahrsten Sinne des Wortes magischer Auftakt, denn hier dreht sich alles um die große Kunst raffinierter Täuschungsmanöver und schleierhafter Machenschaften – kurz um Zauberei! „Die Zauberkunst gehört unbedingt zur Varietévielfalt hinzu, denn sie gibt einen Rahmen vor, der von den Künstlern unglaublich kreativ ausgefüllt wird. Und historisch gesehen ist sie Teil der langen Friedrichsbau-Tradition. Schon in den 1920er und 30er Jahren traten hier die Magier auf, die damals Rang und Namen hatten“, berichtet Regisseur Ralph Sun. Er zeigt sich auch verantwortlich für die künstlerische Leitung des Hauses und ist somit, zusammen mit den Geschäftsführern Gabriele Frenzel und Timo Steinhauer, für die Programmplanung zuständig. Timo Steinhauer ist ein engagierter und offener Chef: „Wir besprechen nicht nur zu dritt die kommenden Produktionen, sondern beziehen auch die Mitarbeiter ein. Wir arbeiten immer im Team, da verschiedene Sichtweisen aus den unterschiedlichen Arbeitsfeldern wichtig sind. Und es macht den Kollegen Spaß, von Anfang an am Entstehungsprozess teilzuhaben.“

In der kommenden Spielzeit werden drei große Varieté-Produktionen inszeniert: Nach der Show „Illusion“, gehen wir turbulent in den Winter mit „Circus Circus – Show, Freaks und Sensationen“, und im Frühjahr wird es besonders aufregend mit „Burlesque-Affairs“, einer Reminiszenz an diese wunderbare Verführungskunst gepaart mit mitreißender Akrobatik. Drei Themen also, die nicht unterschiedlicher sein könnten, denn Abwechslung und Vielfalt sind die Inbegriffe des Varietés.

Wenn Ralph Sun international nach Künstlern und Artisten für seine Showkonzepte sucht, muss er weit im Voraus beginnen. „Der frühe Vogel…“, heißt es so schön im Volksmund und gute Artisten sind begehrt. Daher beginnt er das Casting bis zu zwei Jahre vor der jeweiligen Premiere: „Mir geht es nicht nur darum, dass die Artisten technische Superlative vollbringen, sondern um das Gesamtpaket, das stimmen muss. Ist eine Darbietung schön durchchoereographiert? Welche Geschichte wird erzählt? Und vor allem, ist der Künstler wandelbar?“ Heutzutage wichtige Aspekte, da jeder Show ein eigenes Motto zugrunde liegt und viele Artisten ihre Nummern extra dafür umgestalten, auf andere Musik arbeiten oder neue Kostüme entwerfen. Doch wenn’s im Team nicht stimmt, ist alles nur halb so schön, ist Gabriele Frenzel überzeugt: „Seit der Eröffnung des Friedrichsbau Varieté 1994 bin ich mit meinem ganzen Herzen dabei und ich habe hier sehr viel erlebt. Kinder sind hier geboren worden, Liebschaften sind entstanden und zerbrochen, Artisten haben auf unserer Bühne geheiratet – ich könnte ein Buch darüber schreiben! Aber wenn die Künstler nicht teamfähig sind oder Starallüren haben, wird es kompliziert und die Stimmung kann kippen.“ Alle im Friedrichsbau Varieté machen ihre Arbeit aus Leidenschaft und weil sie sich für diese besondere Bühne in Stuttgart begeistern. Da gibt es keinen Platz für Querulanten.

Seit das Friedrichsbau Varieté auf den Stuttgarter Pragsattel gezogen ist, stehen mehr und mehr Gastspiele im Kalender. Schon bestehende Produktionen werden somit nach Stuttgart geholt und an den spielfreien Tagen während einer Hauptproduktion aufgeführt. Glamouröse Musical-Galas, schwäbisches Kabarett oder artistische Soloprogramme – die Palette ist groß. Timo Steinhauer, der sich in diesem Bereich besonders engagiert, freut sich über die Abwechslung: „Die Gastspiele bieten uns die Möglichkeit, unsere Bandbreite zu erweitern und die Gäste lieben es. Die Musical-Vorstellungen oder die Soloabende über Edith Piaf beispielsweise sind meist schon Wochen vorher ausverkauft.“ Wir sind gespannt auf eine spannende und ereignisreiche neue Spielsaison. Langweilig wird es garantiert nicht, denn Varieté ist Varieté ist Varieté!