Nordkoreanisches Waffenprogramm bedeutet ernsthafte Bedrohung für die Region

79

Berlin.| Die Bundesregierung ist besorgt über die Drohung Nordkoreas, die unter US-Verwaltung stehende Pazifikinsel Guam anzugreifen. Pjöngjang, aber auch Peking und Moskau, müssten zu einer Deeskalation beitragen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Demmer.

„Die immer neuen nuklearen Drohungen und Drohgebärden der nordkoreanischen Führung sind eine ernsthafte Bedrohung des Friedens in der Region und weit darüber hinaus“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in der Regierungspressekonferenz. Mit dem jüngsten Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrats habe die internationale Gemeinschaft in der vergangenen Woche „die unvermeidlichen Konsequenzen aus dem Vorgehen Pjöngjangs gezogen“.

Ziel der Bundesregierung sei, so Demmer weiter, im nordpazifischen Raum weitere militärische Eskalationen zu vermeiden und die dortigen Konflikte auf friedlichem Wege beizulegen.

Interesse der Menschen in Nordkorea berücksichtigen
Im Interesse der Menschen in Nordkorea solle dies auch das Ziel der nordkoreanischen Führung sein. Der Verzicht auf weitere nukleare Aufrüstungsschritte könnte ein erster Schritt auf dem Weg dazu sein. Dies aber liege in den Händen Pjöngjangs.

In diesem Zusammenhang stünden insbesondere „China und Russland in der Verantwortung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Nordkorea von seinem exklamatorischen Weg abzubringen“, so Demmer weiter.

Gesprächsangebot der USA
Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, ergänzte, dass er das jüngste Gesprächsangebot des amerikanischen Außenministers, Rex Tillerson, als den richtigen Weg ansehe, „Gespräche mit Nordkorea in Gang zu setzen, sobald und wenn das Regime auf völkerrechtswidrige Raketentests verzichtet“.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht beim Nordkorea-Konflikt vor allem China in der Pflicht. „Es ist ganz entscheidend, dass hier vor allen Dingen auch China eine Rolle spielt. China hat Einfluss auf Nordkorea, es ist das einzige Land, was Einfluss hat auf Nordkorea“, sagte sie am Mittwoch bei einem Besuch der Offiziersschule des Heeres in Dresden. Nordkorea sei in hohem Maße abhängig von China. Deshalb komme China eine besondere Verantwortung zu, diesen Einfluss geltend zu machen.