Fortführung der Arbeiten an schadhaften Erdwärmebohrungen

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  • Wiederaufnahme der Sanierungen ab 7. August
  • Landrat Bernhard: „Bin zuversichtlich, dass uns die Sanierung gelingt“

Böblingen.| Die Arbeiten an den schadhaften Erdwärmesonden im südlichen Hebungsgebiet von Böblingen sollen nach mehr als einem Jahr Unterbrechung fortgeführt werden. Das kündigt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Am Montag (7. August) wird die Firma Keller aus Renchen mit der Baustelleneinrichtung beginnen. Wenige Tage später werden die eigentlichen Sanierungsarbeiten dann wieder aufgenommen. Die Sanierung der Erdwärmebohrungen war im Februar 2016 zum Stillstand gekommen nachdem beim Versuch Hohlräume in der Ringraumverfüllung der Bohrung zu verfüllen, das Mineral Thaumasit angetroffen wurde. Die pastöse Masse verhinderte, dass Zement in die Hohlräume der Bohrungen gepresst werden konnte.

„Ich freue mich, dass nach mehr als einem Jahr die Arbeiten endlich fortgeführt werden können. Mit dem neu entwickelten Verfahren bin ich zuversichtlich, dass uns an den verbleibenden vier Bohrungen im Schliffkopfweg die Sanierung gelingt und wir die Hebungsgeschwindigkeiten östlich vom Friedhof einbremsen können“, sagte der Landrat Roland Bernhard. Rund 200 Gebäude sind von den Hebungen im nordöstlichen Stadtgebiet von Böblingen betroffen. Grund sind schadhafte Erdwärmebohrungen, durch die Grundwasser in quellfähiges Gebirge gelangen konnte und  somit die Hebungsprozesse ausgelöst hatte. Das Landratsamt will durch die Sanierung der Bohrungen die Wasserwegsamkeiten in den quellfähigen Untergrund unterbinden.

Bei dem neuen Verfahren werden die Sondenschläuche in den Bohrungen mit einem Messer aufgeschnitten und dann mit einem Spreizer auseinander gedrückt. Durch die anstehenden Druckunterschiede wird sich in den Schläuchen dann ein Unterdruck einstellen. Dieser führt dazu, dass das Thaumasit in die Schläuche abfließen und anschließend Zement in die Hohlräume um die Schläuche gepresst werden kann.