Bericht über die Verkehrsunfallsituation 2016

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Ostfildern.| Die Zahl der Unfälle hat im vergangenen Jahr leicht zugenommen. Dabei wurden weniger Verletzte, aber mehr Sachschäden verzeichnet, so der Trend aus der Unfallstatistik 2016.

In der vergangenen Gemeinderatssitzung hat Andreas Hesse, der Leiter des Sachgebiets Straßenverkehrsrecht und Verkehrsüberwachung im Fachbereich 1 (Bürgerservice), die Unfallzahlen im Stadtgebiet aus dem vergangenen Jahr vorgestellt. Die Zahl der Unfälle ist von 965 im Jahr 2015 auf 969 im vergangenen Jahr angestiegen. „Wir verzeichnen einen leicht steigenden Trend“, berichtete Hesse. In absoluten Zahlen lasse sich aber kein ganz großer Zuwachs erkennen, vor allem dann, wenn man die Unfallstatistik vor dem Hintergrund der steigenden Einwohnerzahlen in der Stadt betrachte.

Die gute Nachricht: Im vergangenen Jahr kam auf den Straßen in Ostfildern kein Mensch in Folge eines Unfalls zu Tode. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten ging insgesamt zurück, von 83 (2015) auf 79. Allerdings stieg die Zahl der Schwerverletzten von neun auf zwölf an. Die Zahl der Leichtverletzten sank von 95 auf 88. Die Unfälle mit Sachschaden haben zugenommen, von 882 auf 890. „Vor allem die Unfälle mit kleinsten Schäden treiben die Statistik in die Höhe“, sagte Hesse.

In mehr als der Hälfte der Unfälle war die Ursache, dass die Vorfahrt nicht beachtet worden war. Bei vielen Unfällen wurde auch der Sicherheitsabstand nicht korrekt eingehalten. Weitere Unfallursachen waren nicht angepasste Geschwindigkeit, Fehler beim Überholen und mangelnde Verkehrstüchtigkeit.

Bei der Unfallstatistik werden auch die so genannten Unfallhäufungsstellen betrachtet. Dazu zählen die Kreuzung Ruiter Straße/Plieninger Straße in Scharnhausen, die Heumadener Straße in Kemnat, die Plieninger Straße Kreuzung Liststraße in Scharnhausen, die Denkendorfer Straße Ecke Vogelsangstraße in Nellingen und die Kreuzung der Landesstraße 1204/Kreisstraße 1269 südlich von Scharnhausen.

„Die Fallzahlen sind zwar gestiegen, passiert ist aber nicht sehr viel“, so fasste der Erste Bürgermeister Rainer Lechner die Unfallstatistik 2016 zusammen. In Ostfildern seien die Unfälle im vergangenen Jahr um 0,4 Prozentpunkte angestiegen, im Landkreis um sechs Prozentpunkte und im Land Baden-Württemberg um 1,4 Prozentpunkte. „Da liegen wir deutlich darunter.“

Ein Thema bei der Präsentation der Unfallzahlen aus dem vergangenen Jahr war auch ein aktueller Unfall in der Parksiedlung, bei dem eine Fußgängerin schwerste Verletzungen erlitt. Eine 72-Jährige war mit ihrem Auto auf der Rinnenbachstraße von Nellingen in Richtung Ruit unterwegs. An der Fußgängerampel auf Höhe der Stadtbahnhaltestelle Parksiedlung erfasste das Auto die 66-jährige Fußgängerin.

Die Frage, warum die Fußgängerampel dort von einer drei- in eine so genannte Zweilichtanlage mit nur einem orangefarbenen und einem roten Ampelsignal umgerüstet worden war, konnte Hesse nicht im Detail beantworten. „Die Ampel fällt in die Zuständigkeit des Landratsamtes“, berichtete Hesse. In der Kürze der Zeit war keine Aussage zu erhalten. Generell würden Ampeln häufig umgerüstet, um dauerhafte Grünphasen für Autofahrer zu vermeiden und so eine Beschleunigung des Verkehrs zu drosseln. Nach ersten Erkenntnissen sei die Ampelanlage zum Unfallzeitpunkt aber intakt gewesen, sagte Hesse.