Landkreis empfiehlt Rahmenkonzeption Schulsozialarbeit

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Landkreis Esslingen.| Schulsozialarbeit kann wirkungsvoll beitragen zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen, zum Bildungs- und Schulerfolg, zur gesellschaftlichen Teilhabe, zur Integration und Inklusion. Dazu braucht sie gute Rahmenbedingungen und ein enges Zusammenwirken von Schule und Jugendhilfe in gemeinsamer Verantwortung, getragen von einem gemeinsamen Grundverständnis.

Dies will der Landkreis in engem Schulterschluss mit dem Staatlichen Schulamt und den Trägern der Schulsozialarbeit mit seiner Empfehlung der neu erarbeiteten Rahmenkonzeption Schulsozialarbeit befördern. Im Rahmen seiner Gesamtplanungsverantwortung als öffentlicher Träger der Jugendhilfe hat der Landkreis die Initiative ergriffen. Unter breiter Beteiligung mit kommunalen und freien Trägern der Schulsozialarbeit, Vertretern der Schule und der Schulverwaltung, des Amts für Kreisschulen und Immobilien, der Landesstelle Kooperation des Kultusministeriums und des KVJS-Landesjugendamtes wurde die aktuell im Jugendhilfeausschuss vorgestellte Rahmenkonzeption erarbeitet.

 „Mit der Rahmenkonzeption“, so Landrat Heinz Eininger, ist in einem intensiven Aushandlungsprozesses ein Papier entstanden, das auf der Erfahrung und Expertise der Beteiligten aufbaut und mit hoher Akzeptanz getragen ist – von der Praxis für die Praxis.“ Der Landkreis, der seit 2012 wieder in die finanzielle Förderung der Schulsozialarbeit eingestiegen ist, will damit zur Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit der Arbeit der Fachkräfte und einem wirkungsvollen Zusammenwirken von Schule und Jugendhilfe beitragen.

Gab es 2012 im Landkreis noch 46 Stellen, so sind dies heute durch den Schulterschluss von Land, Landkreis und Kommunen mit gemeinsamer finanzieller Förderung bereits 102,5 Stellen Schulsozialarbeit in allen Schularten. Im Landesvergleich nimmt der Landkreis Esslingen damit eine Spitzenposition ein. Schulsozialarbeit gibt es bisher in 29 Kommunen bei 9 kommunalen und 4 freien Trägern. Es gibt Träger mit einer bis zu 30 Stellen, die unterschiedlich lange schon Schulsozialarbeit eingerichtet haben, mit unterschiedliche Standards und Rahmenbedingungen. Die Rahmenkonzeption will landkreisweit vergleichbare Standards befördern, zur Qualitätsentwicklung beitragen und bei der Stellenneuschaffung unterstützen. Sie empfiehlt Mindeststandards, damit eine wirkungsvolle und nachhaltige Arbeit möglich ist, für die Kinder, Jugendlichen und Eltern. Sie ist erarbeitet als fachliche Orientierung für die Kommunen als Schulträger und Träger der Schulsozialarbeit, für freie Träger, für die Schulverwaltung und die Schulen, für die Einrichtungen der Jugendhilfe, die Fachkräfte in der Schulsozialarbeit und ihre Kooperationspartner.

In der Konzeption wird die Aufgabenbreite der Schulsozialarbeit deutlich, von der Prävention bis zur Intervention, der inner- und außerschulische Vernetzungs- und Gemeinwesenarbeit. Sie leistet Beratung und Einzelfallhilfe für Kinder, Jugendliche und Eltern, macht sozialpädagogische Gruppenarbeit, Projekte und Arbeit mit Schulklassen und offene Angebote für Schüler. Ihre Beratungs- und Präventionsthemen reichen von schulischen und persönlichen Problemlagen bis zur Lebenskompetenzförderung. Sie berät Lehr- und Fachkräfte und auch Ehrenamt an der Schule und bringt sich in den schulischen Gremien, Arbeitskreisen und Veranstaltungen ein.

Die Rahmenkonzeption ist gedacht als Arbeitsgrundlage für die Fachkräfte der Schulsozialarbeit, gleichzeitig macht sie in den Schulen die Arbeit und Möglichkeiten der Schulsozialarbeit transparent. Sie zeigt hilfreiche Kooperations- und Kommunikationsstrukturen auf und beschreibt die gesetzlichen Grundlagen. Rechtliche Aspekte wurden mit der Schulverwaltung und dem KVJS-Landesjugendamt beschrieben, um die Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit und Schule, mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern und den Kooperationspartnern auf eine klare Grundlage zu stellen. Hier geht es um Fragen der Dienst- und Fachaufsicht, Aufsichtspflicht oder Konferenzrecht.

Frau Dr. Schimitzek, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, begrüßt die Erarbeitung dieser wichtigen Eckpunkte für Schule und Jugendhilfe und schätzt sie als kostbar für die alltägliche Arbeit an den Schulen. Es liegen viele Chancen und Möglichkeiten in diesem komplexen und anspruchsvollen Aufgabenfeld.
Für Schulträger beschreibt die Rahmenkonzeption die Fördergrundsätze und wie Implementierung gelingen kann, was bei einer Schulfeldanalyse und Aufgabenfestlegung in einem gemeinsamen Prozess berücksichtigt werden sollte. Eine ganze Bandbreite von Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung ist beschrieben, die nach Ressourcen und zeitlichen Möglichkeiten genutzt werden können.

Die Rahmenkonzeption wird nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses landkreisweit allen tangierten Bereichen bekannt gemacht. Sie ist in Kürze auf der Homepage des Landratsamtes und des Staatlichen Schulamtes zu finden. Neben der fachlichen Unterstützung der Schulsozialarbeit durch das KVJS-Landesjugendamt, mit Fortbildungen und Fachmaterialien, wird auch der Landkreis bei Bedarf und Themen mit Fachveranstaltungen die Weiterentwicklung im Bereich der Schulsozialarbeit kontinuierlich unterstützen.