CGKM auf dem deutschen Chorfest in Stuttgart

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Fellbach/Stuttgart.| Zum Chorfest in Stuttgart wurde in Fellbach-Schmiden eigens ein neuer Projektmännerchor unter dem Dach der „Concordia Schmiden“ gegründet. Dieser Projektmännerchor ist nun mit den weiteren 200 Sängerinnen und Sängern der Chorgemeinschaft Kai Müller aus Ditzingen, Weil der Stadt, Untertürkheim und Ludwigsburg sicher eines der größten Chorensembles der Region, das auf dem Deutschen Chorfest in Stuttgart Ende dieser Woche auftreten wird.

Am Freitag, 27. Mai 2016 ab 15.00 Uhr sind die ca. 100 Herren des Männerchores und ab ca. 15.30 Uhr sind die ca. 250 Damen und Herren des Gemischten Chores der Chorgemeinschaft Kai Müller begleitet von Torsten Bader mit seiner Band und dem Solisten Christian Wilms im Hegelsaal der Stuttgarter Liederhalle mit Songs und Werken u.a. von Robbie Williams, Udo Jürgens und Santiano bzw. Andreas Bourani, Leonard Bernstein und Whitney Houston zu hören.

Wir freuen uns über viele Zuhörer und ein volles Haus! Der Eintritt ist frei!

Mit dem Deutschen Chorfest vom 26. bis zum 29. Mai 2016 erwartet Stuttgart eines der größten Musikfestivals der Welt: In den vier Tagen laden weit über 700 einzelne Veranstaltungen auf mehr als 20 Bühnen an Spielstätten in der ganzen Stadt zum Zuhören und Mitsingen ein.

Herzstück des Chorfestes, an dem mehr als 400 Chöre, Vokalensembles und Vocal Bands aus ganz Europa teilnehmen, sind die rund 80 Festkonzerte mit Vokalmusik auf höchstem Niveau. „Wir freuen uns darüber, dass wir neben allen wichtigen Protagonisten der Stuttgarter Vokalszene auch viele internationale Spitzenensembles gewinnen konnten“, sagte Moritz Puschke, Künstlerischer Leiter des Chorfestes, auf einer Programmpressekonferenz am Dienstag im Theaterhaus.

So erwartet die Stuttgarter gleich am Eröffnungsabend am Fronleichnamstag auf dem Schlossplatz ein außergewöhnliches Open-Air-Konzert mit dem Bundesjazzorchester „BuJazzO“ und den Swingles (ehemals Swingle Singers), eine der bekanntesten A-cappella-Gruppen der Welt. Das Konzert ist wie alle anderen Veranstaltungen auf dem Schlossplatz für das Publikum kostenlos – gleiches gilt für die mehr als 600 Tages- und Wettbewerbskonzerte des Chorfestes.

Ebenfalls am Donnerstagabend ist das SWR Vokalensemble Stuttgart unter der Leitung von Florian Helgath mit Liebesliedern von Brahms und dem Zyklus „Lieder einer Liebe“ des jungen Komponisten Daniel Smutny zu erleben. Den Eröffnungsabend komplettiert das solistenensemble stimmkunst unter der Leitung von Kay Johannsen, die im Rahmen ihres Projekts bach:vokal gemeinsam mit Stiftsbarock Stuttgart Johann Sebastian Bachs Kantate „O ewiges Feuer …“ sowie seine Motette „Fürchte dich nicht …“ und die Messe G-Dur zur Aufführung bringen.

Am Freitag- und Samstagabend erwarten die Stuttgarter dann zwei besondere Konzerterlebnisse: Beim „Nachtklang“ präsentiert sich das „Best of“ der Chorfest-Szene in jeweils über 30 Konzerten zum Wandeln – das Publikum ist eingeladen, zwischen den Spielstätten zu flanieren und sich das Programm aus den vielen parallelen Angeboten selbst zusammenzustellen. Dabei werden nahezu alle Chorfest-Orte bespielt: von der Liederhalle und dem Theaterhaus über die Stiftskirche und den Dom St. Eberhard bis hin zur Musikhochschule, der Leonhardskirche sowie der Open-Air-Bühne am Schlossplatz.

Höhepunkte im Programm ist dabei unter anderem der Auftritt des Jazzchor Freiburg zusammen mit Bobby McFerrin-Mastermind Roger Treece, die am Freitag die deutsche Erstaufführung von „Blue Planet“ präsentieren. Ebenso steht am Freitag der Kammerchor Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius mit romantischer Musik auf der Bühne. Am Samstag bringen die Gächinger Kantorei unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann und das Sinfonieorchester Basel mit Beethovens „Missa Solemnis“ eine der bedeutendsten Messvertonungen der Musikgeschichte zu Gehör.

Aus den vielen Chorfest-Höhepunkten ragen einige besonders hervor – wie zum Beispiel die „Heimatlieder aus Deutschland“ am Sonntagabend im Theaterhaus. Dieses Projekt versammelt mittlerweile über 120 Musiker aus rund 15 Nationen, die die Lieder vorstellen, die sie bzw. ihre Eltern aus allen Teilen der Welt mit nach Deutschland gebracht haben – von kubanischem Son über portugiesischen Fado und kroatischem Klapagesang bis hin zu UNESCO-geschütztem Quan-Họ-Gesang aus Vietnam. Nach mehrfach ausverkauften und umjubelten Auftritten, u.a. in der Komischen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, im Hamburger Thalia Theater oder den Münchner Kammerspielen, wurden für das Chorfest in Stuttgart eigens weitere Chöre, Ensembles und Sänger aus Baden-Württemberg gewonnen, die das Projekt mit ihrer Musik bereichern.

Ebenfalls am Sonntag präsentieren im Rahmen des Projekts „SingRomantik“ in der Liederhalle mehr als 100 Grundschulkinder aus Baden-Württemberg nach einer intensiven Probenphase originale Lieder, umgearbeitete Arien und „Hits“ der romantischen Epoche – geleitet von Friedhilde Trüün, eine der führenden Vokalpädagoginnen Deutschlands.

Natürlich sind die Stuttgarterinnen und Stuttgarter und deren Gäste auf dem Chorfest auch zum Mitsingen eingeladen: An allen vier Tagen locken Mitmachformate wie der Größte Beatles-Chor-Deutschlands auf den Schlossplatz, ein Singalong der schönsten Opernchöre mit dem Staatsopernchor, der „Ich-kann-nicht-singen“-Chor, spezielle Mitsingkonzerte für Kinder und viele mehr. Während man bei den meisten dieser Veranstaltungen spontan einsteigen kann, benötigen andere eine gewisse Vorbereitungszeit oder laden bereits jetzt zum Mitmachen ein – zum Beispiel das große Mitsingkonzert mit Händels „Messiah“ in der Liederhalle oder der „Größte Onlinechor aller Zeiten“, den der Chorfest-Medienpartner SWR im Vorfeld des Chorfests auf die Beine stellen möchte.

Der Deutsche Chorverband, der 2005 aus der Fusion des bürgerlichen Deutschen Sängerbundes und des Deutschen Allgemeinen (ehemals: Arbeiter-)Sängerbundes hervorgegangen ist, veranstaltet das Deutsche Chorfest seit 2008 alle vier Jahre. Mit dem Stuttgarter Chorfest kommen die Sänger dabei gewissermaßen zu ihren Wurzeln zurück: In den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts wurden in Schwaben die ersten Chorfeste überhaupt gefeiert. Nach den nationalen Sängerfesten 1896, 1956 und 1968 ist das Chorfest zudem bereits zum vierten Mal in Stuttgart zu Gast.

Dabei hat sich die Chorszene in den vergangenen Jahren so rasant gewandelt, dass nicht mehr viel an die damaligen Zusammenkünfte bannertragender Gesangvereine erinnern wird: „Die Chorbewegung von heute ist innovativ, bunt, vielfältig und vital“, sagt Chorfest-Leiter Moritz Puschke. „Sie vereint Jung und Alt, Pop und Volkslied, Klassik und Avantgarde, Countertenor und Beatboxer. Sie geht offen auf ihr Publikum zu und lädt immer zum Mitsingen ein.“ Dies wird vom 26. bis zum 29. Mai in Stuttgart auf vielfältige Weise zu erleben sein.

Tickets sind unter www.easyticket.de, Tel. (0711) 2555 555 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Informationen und Programm unter www.chorfest.de.

Foto: Michael Fuchs 2014