„Handreichungen“ in der Galerie

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Kunst von Margarete Rebmann zum Thema „Hände“

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Ostfildern.| Hände, Hände, nur Hände: Diesem Körperteil – Werkzeug und nuanciertes Ausdrucksmittel – widmet Margarete Rebmann die Ausstellung „Handreichungen“ in der städtischen Galerie.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Gruppe von großen Fototafeln mit dem Titel „I Drama – nichts als Handlungen“, die aus zahlreichen kleinen Fotografien zusammengesetzt sind. Sie mögen auf den ersten Blick etwas spröde erscheinen, aber bei genauerem Hinsehen gibt es viel zu entdecken – und auch einiges zu schmunzeln. Alle zeigen Hände: deutend, greifend, tragend, grüßend, segnend, drohend, musizierend oder beschützend. Die Themen sind Arbeit, Gesellschaft und Zeitgeschichte, aber auch Motive aus der Populärkultur, vom „Herrn der Ringe“ bis zum Formel-1-Weltmeister, vom Tipp-Kick bis zum Armdrücken. Manche Fotos hat Margarete Rebmann mit schwarzen Strichzeichnungen übermalt, die wie Kommentare oder Assoziationen wirken.

Von 1975 bis 1978 studierte Margarete Rebmann Freie Grafik an der Freien Kunstschule Stuttgart. Seit 1979 hatte sie zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem 1993 schon einmal in der städtischen Galerie, damals noch im Rathaus Ruit. Mit ihrem Mann Otto Rothfuss gründete sie 1987 die Galerie im Heppächer in Esslingen und im Jahr 2000 den Kunstverein im Schloss Untergröningen. Die Künstlerin hat für die Fototafeln in langjähriger Arbeit Fotos aus den Medien ausgewählt und sorgfältig kombiniert, um vielfältige Bezüge zwischen den einzelnen Fotos zu bilden. So zeige sie „in einer Art Zeitkapsel ein Spektrum menschlichen Handelns“, wie Otto Rothfuss in seiner Einführung bei der Eröffnung am vergangenen Sonntag erläuterte. Und „unter dem Einfluss der Enkelwelterfahrung“ seien dann die Tafeln mit farbigen Fotografien von Kinderhänden entstanden. Sie werden beim Spielen und Erschaffen, wörtlich beim Begreifen der Welt gezeigt – mit der Hoffnung, so Rothfuss, dass diese Hände „die Welt auch einmal anders gestalten könnten“. Fasziniert zeigten sich die vielen Besucher der Eröffnung von der leuchtend blauen Projektion „Nur das Licht wirft sich voraus in den Raum“ auf der Grundlage eines Scans des Gesichts der Künstlerin. Blickfang im Galerieraum ist eine große Arbeit auf dem Boden, „ICH“ von 1993, die aus neun Tafeln zusammengesetzt ist. Sie zeigt eine verfremdete Detailaufnahme der Handfläche der Künstlerin mit ihren einzigartigen Papillarleisten, Falten, Erhebungen und Vertiefungen – „als Strichcode eines verschlüsselten biologischen Unikats“, erklärte Otto Rothfuss.

Die Ausstellung „Handreichungen“ mit Werken von Margarete Rebmann ist bis 12. April zu sehen, Galerie im Stadthaus, Scharnhauser Park, Gerhard-Koch-Straße 1. Der Eintritt ist frei. Geöffnet Dienstag und Donnerstag 15 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 12 Uhr und Sonntag 15 bis 18 Uhr. Anlässlich des Neubürgerempfangs gibt es am 5. März, 11.30 Uhr eine Führung. Führungen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder nach Absprache. Informationen: Telefon 0711 3404-103, E-Mail: [email protected].

Bild: Im Zentrum der Ausstellung steht eine Gruppe von Fototafeln.
Foto: Nicola Buhl