Fair Play auf Platz 1 – Die Leistung auf Platz 2

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Esslingen.| Die Schülerinnen und Schüler verschiedenster Kulturen kommen pünktlich an einem Freitagnachmittag, um beim Turnier dabei  zu sein. Sie machen sich selbständig warm, dehnen sich in einer gemeinsamen Gruppe mit den gegnerischen Mannschaften, tragen die Spiele ohne Schiedsrichter aus, helfen sich gegenseitig bei Verletzungen, spielen bei Unterbrechungen den Ball an den Gegner zurück und benennen nach einem Spiel jeweils einen Spieler von der gegnerischen Mannschaft, welcher durch sein faires Verhalten positiv aufgefallen ist. Spieler, mit der größten Anzahl an Nominierungen werden abschließend bei der Siegerehrung mit Sachpreisen oder Gutscheinen gewürdigt. Wäre das vor ein paar Jahren noch vorstellbar gewesen? Die Antwort lautet ganz klar NEIN!

In der Fair Play AG, die von Serdar Kurt, Lehrer an der WRS Adalbert-Stifter-Schule und DFB Stützpunkttrainer und vom Jugendsozialarbeiter Burhan Sayyed  seit 2013 geleitet wird, konnten die Schüler genau diese Tugenden gezielt trainieren und im Wettkampf mit einbauen.

„Fair Play kann nicht von Jugendlichen erwartet werden, wenn das nicht von uns allen vorgelebt wird und wenn es auch nicht die nötige Anerkennung bekommt. In unserer Leistungsgesellschaft ist oft kein Platz und Zeit mehr für die zwischenmenschlichen Werte. Und genau hier müssen wir uns gemeinsam stark für diese Tugenden machen, die sonst verloren gehen könnten, “ so Sayyed.

Max Pickl, Amt für Soziales und Sport, überreichte den Verantwortlichen nach anerkennenden Worten für die AG, den aktuellsten Bundesliga-Ball für weitere faire Turniere. Die Wanderpokale, sowie die Sachpreise und die Fair Play Gutscheine wurden von der Jugendsozialarbeit Esslingen und von der WRS ASS gemeinsam finanziert.

In diesem Schuljahr 2014/2015  fanden bereits drei Blitzturniere statt. Als Kooperationsschulen konnten die Katharinen-Schule (Fabian Funk, Lehrer), die Zollberg-Realschule (Daniel Reinke, Jugendsozialarbeiter) und die Realschule Oberesslingen (Andreas Lang, Jugendsozialarbeiter) für dieses Projekt, das mit deutlich weniger Aufwand und Bürokratie durchgeführt werden kann,  begeistert werden.

Kurt und Sayyed können sich im Übrigen auch vorstellen, sich eines Tages mit diesem Konzept selbständig zu machen und dieses Projekt an mehreren Schulen in Esslingen anzubieten. Auch das Thema Integration, Inklusion – aber auch gemischte Mannschaften mit Schülerinnen und Schülern könnten davon profitieren.

Bild: Hintere Reihe, von li. nach re.: Burhan Sayyed, Max Pickl, Serdar Kurt und Andreas Lang. Es zeigt alle Teilnehmer und Organisatoren des Fair play-Fußballturniers der Adalbert-Stifter-Schule.
Foto: Serdar Kurt.