Ein Abend rund um den Fairen Handel

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Die Stadtverwaltung Ostfildern hat nun den Antrag zur Aufnahme als Fair-Trade-Stadt eingereicht

Ofi15_KW7_Fairer_Handel_Archivfoto_WangnerOstfildern.| Vier Fachleute beleuchten am Donnerstag, 26. Februar, das Thema Fairer Handel aus ganz verschiedenen Perspektiven. Die Lenkungsgruppe und die Stadt laden zu Vorträgen und Diskussion ein.

Am Montag vergangener Woche hat die Stadtverwaltung den Antrag zur Zertifizierung als „Fair-Trade-Town“ per Post nach Köln geschickt. Dort wird der Antrag vom Verein „Transfair“ auf Herz und Nieren geprüft. Nun heißt es warten, denn es können Wochen verstreichen, bis es Nachrichten gibt. Dass Ostfildern das Siegel als Fair-Trade-Stadt erhält, davon ist Dietmar Hage überzeugt: „Wir haben die geforderten Kriterien mehr als erfüllt“, sagt der Leiter des Rechnungsprüfungsamts, der sich in den vergangenen Jahren des Themas angenommen hat.

Bis die Entscheidung gefallen ist, wird das Thema Fairer Handel in Ostfildern aber nicht vom Tisch gewischt: Am Donnerstag, 26. Februar, gibt es unter dem Titel „Fairer Handel – warum?“ einen Abend mit Impulsreferaten, einer Diskussionsrunde unter Fachleuten sowie eine Fragerunde für die Bürger in der Stadt. Die Veranstaltung startet um 19 Uhr im Saal im Stadthaus, Scharnhauser Park.

Oberbürgermeister Christof Bolay wird dem Publikum das Thema aus städtischer Sicht vorstellen. Elena Muguruza vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg erläutert dem Publikum die Möglichkeiten, fair gehandelte Waren einzukaufen. In dem Referat geht es um den Kauf fair gehandelter Waren mit Zertifikat ebenso wie der Kauf von Waren aus dem Weltladen – dem Fachgeschäft für Fairen Handel.

Benjamin Pütter ist Kinderarbeitsexperte bei Misereor und zweiter Vorsitzender bei „Xertifix“, der Zertifizierungsorganisation für Natursteine ohne Kinderarbeit. Der Re­ferent erläutert an dem Abend die Hintergründe von Kinderarbeit in Steinbrüchen vor allem in Indien. Und Pfarrer Ralf Häußler lenkt den Blick auf fair gehandelte Waren und Produkte in der IT-Branche, die noch ganz am Anfang steht.

Nach den Impulsvorträgen gibt es eine Fragerunde unter den Fachleuten. Dort stellt zum Beispiel Holger Heldmaier vom Blumenfachgeschäft Sonn in Nellingen vor, ob und wie sich fairer Handel und Wirtschaftlichkeit vereinbaren lassen.

Seit etwa vier Jahren haben der Faire Handel und der Kampf gegen die ausbeuterische Kinderarbeit in Ostfildern einen besonderen Stellenwert. Beschlüsse des Gemeinderats, interne Anordnungen in der Stadtverwaltung und die Gründung einer Lenkungsgruppe, die sich der Themen annimmt, haben den Fairen Handel ins Bewusstsein der Menschen vor Ort gerückt. Nun wird gezeigt, was sich bisher verändert hat – und was sich noch ändern kann.

Fairer Handel – warum?
Die Lenkungsgruppe „Ostfildern kauft fair!“ und die Stadtverwaltung laden am Donnerstag, 26. Februar, von 19 Uhr an zu einer Veranstaltung rund um das Thema Fairer Handel ein. Vier Referenten beleuchten das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Im Anschluss an die Impulsreferate gibt es eine moderierte Fragerunde unter den Fachreferenten, bevor das Publikum Fragen stellen und Anregungen vorbringen kann. Der Vortragsabend findet im Saal im Stadthaus, Scharnhauser Park, Gerhard-Koch-Straße 1 statt. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Bild: Die Lenkungsgruppe ist auch auf den Wochenmärkten aktiv
Archivfoto: Andrea Wangner