W&W-Standortentwicklung

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Drei Sieger in Planungswettbewerb

STUTTGART. Die Stuttgarter Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) hat ihren städtebaulichen Planungswettbewerb zur Entwicklung des Standorts Ludwigsburg/Kornwestheim am 17. Dezember erfolgreich abgeschlossen. 18 renommierte Architekturbüros hatten kreative Entwürfe eingereicht, sowohl für die städtebauliche Neuordnung auf dem Wettbewerbsgelände als auch für die konkrete architektonische Ausgestaltung. Einstimmig kürte das Preisgericht die Arbeiten der Büros gmp Architekten aus Aachen, Ortner & Ortner Baukunst aus Berlin und Thomas Müller Ivan Reimann Architekten, ebenfalls Berlin, zu gleichwertigen Siegern. Nach Auffassung der Preisrichter haben sie die gestellten Aufgaben am besten gelöst. Vorsitzender des Preisgerichts ist der Stuttgarter Architekt Prof. Arno Lederer, Leiter des Instituts für öffentliche Bauten und Entwerfen an der Universität Stuttgart. Betreut wird der W&W-Planungswettbewerb von der Drees & Sommer Projektmanagement GmbH aus Berlin/Stuttgart.

Parallel arbeitete ein erweitertes Baugutachten des Architekturbüros ARP aus Stuttgart heraus, dass die beiden markanten Wüstenrot-Hochhäuser Nord und Süd, die auf Ludwigsburger Gemarkung stehen, wirtschaftlich sanierbar sind, sowie ein Gebäude auf Kornwestheimer Gelände. Inwieweit diese drei erhaltungsfähigen Gebäude in die Umsetzung des Siegerentwurfs integriert werden und wann die ersten Bauarbeiten starten, hängt von Wirtschaftlichkeitsberechnungen ab, die im Jahr 2014 vorgenommen werden. Insgesamt besteht Handlungsbedarf, da die Flächen- und Energieeffizienz sowie die Haustechnik am Wüstenrot-Standort modernisiert werden müssen und viele Investitionen im Altbestand nicht mehr lohnend sind. Hochgerechnet auf einen Lebenszyklus von 25 Jahren betragen die Kosteneinsparungen durch die Planung des neuen Standorts gegenüber heute rund 300 Millionen Euro.

Insgesamt hat die W&W das Bauvorhaben in Ludwigsburg/Kornwestheim von vornherein in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Jedes der drei Siegerbüros sichert mit seinem Entwurf eine modulare Vorgehensweise ab und ermöglicht so eine hohe Flexibilität: Konkrete Bauabschnitte können über ein Jahrzehnt hinweg gestreckt und nun Schritt für Schritt angegangen werden. Dazu sind die drei Siegerentwürfe vor einer endgültigen Entscheidung der Ausloberin in verschiedenen Planungsdetails nachzuarbeiten und das Ergebnis im Frühjahr 2014 durch die Preisträger vorzustellen. Das Preisgericht hat die Nachbearbeitungsaufgaben detailliert beschrieben, diese werden den Siegerbüros im Januar in einem Kolloquium vermittelt. Die Nachbearbeitungs- und Prüfungszeit wird voraussichtlich drei Monate betragen.

Abhängig von der Standorterweiterung in Ludwigsburg/Kornwestheim soll das Stuttgarter Areal auf mittlere Sicht verkleinert werden, ohne es komplett zur Disposition zu stellen. Aktuell sind rund 3.000 Stellen am Standort Ludwigsburg/Kornwestheim angesiedelt und etwa 2.400 am Standort Stuttgart. Der W&W-Gruppe gehören in Ludwigsburg/Kornwestheim die Areale Hohenzollernstraße mit rund 21.000 m² bebauter Grundstücksfläche und auf Kornwestheimer Gemarkung das Areal im Tambour mit rund 40.000 m² bebauter Grundstücksfläche. Südlich angrenzend befinden sich noch rund 41.000 m² Grün- und Ackerflächen, die ebenfalls der W&W gehören. Die Stuttgarter Belegschaft arbeitet an den Standorten Gutenberg-, Silberburg-, Johannes- und Rotebühlstraße – das sind rund 75.000 m² Grundstücksfläche im Besitz der W&W-Gruppe.