„European Energy Award“ in Gold für Waiblingen

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Waiblingen.| Nach zwölf Jahren intensiver und vorbildlicher Arbeit auf dem Gebiet des Klimaschutzes hat die Stadt Waiblingen den „European Energy Award“ in Gold erhalten. Oberbürgermeister Andreas Hesky und Klaus Läpple, der Leiter der Abteilung Umwelt, haben die Auszeichnung am Montagabend, 5. November 2018, im Casino der geschichtsträchtigen Stadt Baden bei Wien entgegengenommen.

„Herzlichen Glückwunsch! Das haben Sie sehr gut gemacht. Energiereduktion und Klimaschutz ist bei Ihnen, ist bei uns nicht aufgesetzt, sondern wird gelebt!“. Mit diesen Worten hatte Oberbürgermeister Hesky das städtische EEA-Team noch vor diesem offiziellen Termin in Österreich Lob und Anerkennung ausgesprochen. Waiblingen bemüht sich schon seit langen Jahren um den Klimaschutz. Den ersten „European Energy Award“ in Silber erhielt die Stadt bereits im Jahr 2007 – als eine der ersten vier Kommunen im Land.

Weitere „silberne“ Auszeichnungen folgten in den Jahren 2010/11, 2013 und 2017. Mit 78,6 Prozentpunkten überschritt Waiblingen nun die magische Grenze von notwendigen 75 Prozent aller zu erreichenden Punkte – ein lange ersehntes Ziel ist erreicht.

Gewürdigt wurde in der Laudatio der Jury das vorbildliche Engagement Waiblingens in zahlreichen Projekten wie „Klimaneutrales Baugebiet“, „Nachhaltige Mobilität“, „Klimaanpassungsstrategien“, „Kommunales Energiemanagement“ oder auch „100-prozentiger Ökostrom“. Projekte mit großem Vorbildcharakter, so lobte die Jury.

Deutlich wurde zudem, wie wichtig die Rolle der Kommunen beim Klimaschutz ist. Von hoher Bedeutung beim Ringen um den EEA seien zudem innovative Stadtwerke als Kooperationspartner, betont Umweltfachmann Läpple – und die habe Waiblingen. Diese hätten nämlich die Möglichkeit, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, sei es bei der Nahwärmeversorgung, beim Nutzen von Klärgas und Abwärme aus der Kläranlage, sei es die Solarthermie oder das Umrüsten der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik.

Die Stadt hat nun vier Jahre Zeit bis zur nächsten Zertifizierung. Zeit, in der das Handlungsprogramm weiter umgesetzt wird. Dass die Klimaschutzziele im vom Gemeinderat beschlossenen Stadtentwicklungsplan STEP 2030 verankert sind, wurde von der EEA-Jury ebenso anerkannt wie das dort festgeschriebene ganze Bündel von Einzelmaßnahmen in den verschiedensten Bereichen, von der Kohlendioxid-Einsparung über die Erhöhung des Anteils regenerativer Energien bis zum Sensibilisieren der Menschen für den Umweltschutz.

Insgesamt wurden in Europa 41 Kommunen und ein Landkreis mit „Gold“ ausgezeichnet. Waiblingen befindet sich innerhalb der 16 deutschen Kommunen und dem besagten einen Landkreis in guter Gesellschaft: Tübingen, Ludwigsburg, Karlsruhe, Leutkirch und auch Isny im Allgäu, Bielefeld, Münster, Nottuln, Rietberg, Borgholzhausen, Telgte, Bad Waldsee, Oldenburg, Wildpoldsried, Bremen und Kiel. „Europameister“ wurde die Gemeinde Wilpoldsried mit beachtlichen 93,2 Prozent der möglichen Punktzahl. – Der „European Energy Award“ ist ein internationales Qualitätsmanagement und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz. Zwölf Nationen und mehr als 1 400 Städte und Gemeinden mit 40 Millionen Bürgern nehmen aktuell am EEA-Programm teil.