Gesetzliche und private Krankenversicherungen: Das sind die Unterschiede

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In Deutschland ist das Krankenversicherungs-System einzigartig. Denn in keinem Land der Welt bestehen zwei Versicherungssysteme für die Gesundheit nebeneinander. Für welche Versicherung sich ein Bürger entscheidet, hängt sowohl von seinen finanziellen Möglichkeiten als auch Ansprüchen ab. Oftmals sind Pros und Contras nicht so offensichtlich, wie sich vermuten lässt. Deshalb soll dieser Artikel einen kleinen Überblick bieten.

Private Krankenversicherungen locken mit vielen Versprechen
Oft werden seitens privater Krankenversicherungen geringere Wartezeiten bei Arztbesuchen beworben. Auch werden auch Behandlungen von besonderen Spezialisten mit neuesten medizinischen Techniken und Geräten angeboten. Teure Tarife machen diese Angebote letztlich möglich. Mitunter kann es auch sein, dass man bei der gesetzlichen Krankenversicherung teilweise weniger zuzahlen muss.

Denn bei privaten Krankenversicherungen gilt als Faustregel: Je niedriger der monatliche Beitrag, desto geringer der Schutz und desto höher die Zuzahlungen bei Behandlungen. So schreibt auch das Handelsblatt: „Eine private Krankenversicherung ist immer nur so gut wie der Tarif, den man eingekauft hat.“

Außerdem ist der Vergleich zwischen gesetzlichen und privaten Anbietern nicht immer simpel. Denn besonders das Angebot der privaten Anbieter ist sehr komplex und reicht von Einsteigertarifen bis hin zu Angeboten für Premiumversicherte mit vielfältigen Leistungen.

Der Vergleich zwischen gesetzlichen Versicherungen ist da wesentlich einfacher, da 95% der Anbieter hier weitestgehend die gleichen Leistungen anbieten.

Die gesetzliche Krankenversicherung – der Schutz für jedermann
Bei den gesetzlichen Anbietern gilt das sogenannte Solidarprinzip: Bis zur Beitragsermessungsgrenze zahlt jeder den gleichen Prozentanteil für die Versicherung. Das heißt im Klartext: Bis zur Höhe von 4.425 € (Stand: 2018) zählt das Einkommen zur Berechnung des monatlichen Beitrags. Der Beitragssatz liegt hierbei bei 14,6 %. Das sind höchstens 646 € im Monat. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich hier den Betrag zu Hälfte.

Zusätzlich zahlt der Arbeitnehmer einen Zusatzbeitrag, den die jeweilige GKV fordert. Das heißt letztlich auch, dass Bürger mit geringem Einkommen auch weniger zahlen.

Private Versicherungen – ideal für Gutverdiener, Beamte und sichere Jobs
Private Krankenversicherungen beinhalten im Vergleich zu gesetzlichen höhere Risiken bei Geringverdienern, Selbstständigen, Familien mit Kindern oder Menschen mit ungewissen Arbeitssituationen. Denn während gesetzliche Versicherungen verpflichtet sind, alle Versicherten aufzunehmen, können private Anbieter Personen ablehnen.

Auch sind bei der gesetzlichen Kinder mitversichert, wohingegen bei der privaten Versicherung ein zusätzlicher Beitrag anfällt. Letztere Policen können jedoch Vorteile für Gutverdiener und Beamte haben, weshalb die private Krankenversicherung auf wefox.de verglichen mit ihrem gesetzlichen Pendant auch vor allem gut betuchte Menschen anzieht: Tatsächlich sind 24,7 Prozent der Privatversicherten Beamte.

Grund ist, dass ein möglicher Jobverlust auch ein Risiko für den Versicherten bedeutet, weil die Krankenkasse ihn bei nichtbezahlten Beitragszahlungen kündigen kann. Der Wiedereintritt in die gesetzliche Versicherung ist dann mit großen Hindernissen verbunden.