Zur Saisonpremiere in Ludwigsburg kommen die Füchse aus Berlin

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Foto: SG BBM

von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Dreimal wird in dieser Saison die stärkste Handball-Liga der Welt in Ludwigsburg zu Gast sein. Zum ersten Spiel erwartet Aufsteiger SG BBM Bietigheim am Donnerstag, 4. Oktober (19 Uhr) mit den Füchsen Berlin am 8. Spieltag gleich eines der deutschen Topteams in die MHPArena.

Die Rollen sind am Donnerstag klar verteilt. Der Dritte der letzten Saison und trifft auf den als Underdog in die Runde gestarteten Aufsteiger aus Bietigheim, für den es im zweiten Anlauf in der Bundesliga in dieser Saison um nichts anderes als um den Klassenerhalt gehen wird. Und auch ein Blick auf die aktuelle Tabelle verrät: hier spielt der 17. gegen den Tabellensechsten. Nicht nur auf dem Papier eine klare Angelegenheit also, aber der neue Coach der SG BBM, Ralf Bader verspricht: „Wir werden versuchen, den Füchsen so lange wie möglich einen heißen Kampf zu liefern.“

„Wir befinden uns auf einer Erfolgswelle, auf der wollen wir bleiben“, wird Velimir Petkovic, der die Füchse seit 2016 trainiert, nach dem letzten Spiel zitiert. Da hatten seine Spieler gerade eben den Tabellenführer gestürzt und dem SC Magdeburg mit dem 27:24-Erfolg in Berlin die erste Saisonniederlage beigebracht. Nach einer kleinen Orientierungsphase mit einigen Verletzungsausfällen zu Saisonbeginn scheinen die Hauptstadt-Handballer jetzt voll auf Kurs zu sein. Mit zwei Erfolgen in den Auswärtsspielen gegen Bietigheim und am Sonntag in Ludwigshafen wollen die Füchse nach 8:4 Punkten weiter nach oben klettern.

„Wir müssen diese Partie schon richtig einordnen“, bemerkt Ralf Bader. „Wir spielen gegen eines der deutschen Spitzenteams. Wir wollen unseren Zuschauern ein gutes Spiel liefern und da sein, wenn uns Berlin Chancen bietet. Aber wir bleiben der Außenseiter.“ Für die Bietigheimer Handballer wird es gegen die Füchse Berlin auch darum gehen, ihre Form aufzubauen für die bevorstehenden, vermutlich bedeutenderen Aufgaben im Kampf um den Klassenerhalt. Die nächsten Gegner lauten Gummersbach, Minden und Ludwigshafen. Da wäre ein gutes Abschneiden gegen ein Spitzenteam eine echte Motivationsspritze.

Doch zu Beginn der Trainingswoche galt es zunächst einmal, die Eindrücke aus der heiß umkämpften Partie bei Mitaufsteiger Bergischer HC zu verarbeiten. Nachdem der Derbyerfolg gegen Frisch Auf Göppingen die ersten Saisonpunkte brachte, war der Aufsteiger am letzten Sonntag drauf und dran noch eins draufzulegen. Die SG BBM lag in der Solinger Klingenhalle bis zur 57. Minute mit 22:22 unerwartet lange gleichauf mit dem Bergischen HC, ging am Ende jedoch leer aus (23:26).

„Wir haben in dieses Spiel sehr viel Kraft investiert“, sagte Bader, der jetzt die Aufgabe hat, sein Team nur vier Tage später wieder frisch auf die Platte zu bringen. Gut, dass der 38-Jährige voraussichtlich auf seinen kompletten Kader zurückgreifen kann, denn das wird gegen die Hauptstadt-Handballer dringend nötig sein. „Die Füchse spielen eine enorm starke Abwehr“, weiß Bader. Und dahinter lauert mit Silvio Heinevetter einer der besten Keeper der Liga. Ideen und Alternativen sind im stehenden Angriff gefragt, die im Spiel beim Bergischen HC zumindest in der Anfangsphase (0:5) gefehlt haben.

Sorgen bereitet den Füchsen Nationalspieler Paul Drux, der zuletzt immer besser in Form kam und im Spitzenspiel gegen Magdeburg fünf Treffer markierte. Der 23-Jährige Halblinke unterzog sich am Dienstag einer Arthroskopie im Fuß, ein längerer Ausfall droht. Neuzugang Simon Ernst fällt nach einer Operation im Juli aus und auch Kapitän und Rechtsaußen Hans Lindberg musste am Meniskus operiert werden. Dafür ist mit Fabian Wiede ein weiterer deutscher Nationalspieler nach Verletzungsunterbrechung wieder dabei. Derweilen spielen sich der Schwede Mattias Zachrisson auf der rechten Außenbahn und der Däne Jacob Holm als Neuzugang im linken Rückraum in den Vordergrund.

Vielleicht sind die Resultate der SG BBM aus der ersten Bundesligasaison der SG BBM 2014/15 gegen die Füchse ein gutes Omen für die Hausherren. In beiden Spielen machten die Bietigheimer Handballer eine gute Figur, unterlagen zu Hause nur knapp mit 22:24 und in Berlin erst in den Schlusssekunden mit 32:33. Eine Spielgestaltung mit der Ralf Bader über weite Strecken sicher auch am Donnerstag einverstanden wäre.