Porsche macht Modellpallette fit für die künftig gültigen Abgasnormen

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Sportwagenhersteller widerspricht Medienbericht

Stuttgart.| Porsche verkauft unverändert Neufahrzeuge in Europa. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller weist einen anderslautenden Bericht der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung klar zurück. Richtig ist, dass derzeit Bestellungen ausschließlich über die Händler von Porsche möglich sind, nicht aber online. Hintergrund sind eingeschränkte Konfigurationsmöglichkeiten aufgrund der Umstellung der Fahrzeuge auf Ottopartikelfilter (OPF). Dazu kommt eine sehr hohe Nachfrage.

Ab dem 1. September 2018 gilt für Neuwagen in Europa der Messzyklus Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure (WLTP), zudem tritt eine neue Abgasnorm in Kraft. Daher macht Porsche seine Modellpalette fit für die künftig gültigen Normen. Die Einführung der neuen Abgasgesetzgebung macht eine Umstellung auf Fahrzeuge mit Ottopartikelfilter (OPF) und eine Neutypisierung bis spätestens 1. September 2018 erforderlich. Vorübergehend kommt es daher zu einem eingeschränkten Modellangebot. Trotzdem können Interessenten und Kunden sich hinsichtlich der Bestellung neuer Modelle jederzeit, also auch während des Umstellungszeitraums, an die Porsche-Zentren wenden.

Im Zuge der Umstellung kommt es zu einer gestaffelten Einführung der Modellderivate. Noch im September starten ausgewählte Modelle der Sportwagen-Baureihen 911 und 718 mit Ottopartikelfilter. So wird der 911 4 GTS mit Allradantrieb und PDK von Anfang an in drei Karosserieformen verfügbar sein – als Coupé, Cabriolet und Targa. Gleichzeitig mit den 911 4 GTS-Derivaten wird die neue Technologie mit Ottopartikelfilter (OPF) beim 718 Basis und GTS und dann in den anderen Modellreihen eingeführt.

Die Umstellung der Modellreihen priorisiert Porsche so, dass den Kunden ein möglichst attraktives Produktprogramm zur Verfügung steht. Bei den zweitürigen Sportwagen, bei denen der Automatik-Anteil zum Teil bei mehr als 90 Prozent liegt, werden beispielsweise diese Versionen besonders zügig in den Markt eingeführt.

Bei den in die Umstellungsphase fallenden Neuanläufen gehen alle von Beginn an verfügbaren Modellvarianten mit Benzinmotor mit Ottopartikelfilter an den Start. Die Markteinführung der einzelnen Derivate erfolgt schrittweise, wie bei Neuanläufen üblich.

Verbrauchsangaben unter Berücksichtigung der individuellen Ausstattung
Hintergrund der Verschiebungen sind vielfältige Herausforderungen: So müssen die Fahrzeughersteller gemäß der neuen Gesetzgebung künftig individuelle Verbrauchsangaben unter Berücksichtigung der individuellen Fahrzeugausstattung angeben. Um diese Verbrauchsangaben zu ermitteln, sind eine hohe Anzahl an Messungen notwendig.

„Die kurzfristig um ein Jahr vorgezogenen EU-Fristen zur WLTP-Zertifizierung setzen uns enorm unter Last. Unsere Vorbereitungen laufen bereits seit über einem Jahr auf Hochtouren und wir kommen gut voran“, sagt Vorstandsvorsitzender Oliver Blume. „Aufgrund erheblicher Engpässe bei den Prüfstandsverfügbarkeiten, die alle Hersteller treffen, ist das aktuell eine große Herausforderung. Wir müssen priorisieren. Nichtsdestotrotz befürworten wir die realitätsnähere Emissionsermittlung.“