THC verliert weiße Weste

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Bensheim/Auerbach verlässt Abstiegsplätze
Der Kampf um die Meisterschaft ist eng umkämpft. Am Wochenende verlor mit dem Thüringer HC auch die letzte Mannschaft ihre weiße Weste. Im Tabellenkeller konnte die HSG Bensheim/Auerbach nach dem ersten Saisonsieg hingegen die Abstiegsplätze verlassen. Der HC Rödertal trug erstmals ein Heimspiel in der BallsportARENA Dresden aus und durfte dabei über 2.000 Zuschauer begrüßen.

Der Thüringer HC hat gepatzt und bei der HSG Bad Wildungen Vipers mit 27:30 (15:12) die erste Niederlage in der laufenden Ligasaison erlitten. „Ich bin unglaublich glücklich über diesen Sieg und das meine Mannschaft so gekämpft hat. Fantastisch, dass wir die Serie vom Thüringer HC und unsere Niederlagenserie beenden konnten“, freute sich Vipers-Trainerin Tessa Bremmer und THC-Coach Herbert Müller erklärte: „Wir wollten von Beginn an das Spiel anders gestalten, waren aber zu schlecht im Rückraum und treffen dann das Tor nicht. Das ärgert uns natürlich. Die Spielerinnen haben jetzt Zeit zum nachdenken, sich wiederaufzurichten und dann wieder Gas zu geben.“

Nächster Gegner der Thüringerinnen ist die SG BBM Bietigheim, die mit einem 36:16 (17:10) dem Schlusslicht HC Rödertal klar die Grenzen aufzeigte. „Ich bin sehr zufrieden hier in Dresden vor so einer tollen Kulisse mit 20 Toren Abstand zu gewinnen. Vor allem in der Abwehrarbeit und bei Tempogegenstößen haben wir heute eine grandiose Leistung gezeigt“, so BBM-Trainer Martin Albertsen, dessen Mannschaft mit einem Punkt Rückstand nun in Schlagdistanz zum THC ist. „Man muss das Spiel in zwei Kategorien unterteilen. Die Kulisse war heute wirklich erstligareif. Im Spiel selbst konnten wir leider nur eine Halbzeit wirklich mithalten. In der zweiten Halbzeit ging uns dann die Kraft aus. Zum Schluss haben wir auch schlecht verteidigt, denn so viele Tore dürfen wir über die Außenpositionen nicht bekommen“, bilanzierte Bienen-Trainer Karsten Knöfler.

Der Tabellendritte TuS Metzingen hat hingegen erst einmal den Anschluss an das Spitzenduo nach einer knappen 23:24-Niederlage bei der HSG Bensheim/Auerbach verloren. „Wir haben gewusst, dass wir 60 Minuten bereit sein müssen und das haben wir nicht geschafft. Die letzten Minuten waren nicht gut genug. Wir haben in den letzten Minuten viel verworfen und dann hat Carolin Schmele zu viele einfache Tore gegen uns gemacht“, so Metzingens Trainer Rene Hamann-Boeriths, dessen Team in den Schlussminuten mit einem 0:5-Lauf noch den Sieg aus der Hand gab. „Wir haben immer davon geträumt, die ersten 2 Punkte einzufahren und immer gesagt, das wird kommen und wir kämpfen und jeder, der hier in die Halle kommt, sich jeden Punkt auch erkämpfen muss. Ich ziehe den Hut vor den Mädels“, so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm, deren Mannschaft die Abstiegsränge verlassen konnte.

Bensheim/Auerbach profitierte beim Sprung auf Platz 12 davon, dass der TV Nellingen beim Buxtehuder SV mit 32:44 verlor. In der Geschichte der Handball Bundesliga Frauen fielen in nur insgesamt fünf Partien mehr Tore. „Das war heute das Ergebnis einer guten und konzentrierten Trainingswoche, wo man gespürt hat, dass wir bereit für den nächsten Sieg sind. Dass ich mit 32 Gegentreffer nicht glücklich bin, ist klar, aber alle hier haben ein schnelles, torreiches und attraktives Spiel gesehen“, bilanzierte BSV-Trainer Dirk Leun und Hornets-Coach Pascal Morgant betonte: „Man hat gemerkt, wie motiviert und konzentriert Buxtehude nach der Niederlagenserie war, denn sie haben über 60 Minuten Vollgas gegeben. Sie gehören zu den Topteams und haben zahlreiche Nationalspielerinnen in ihren Reihen, dennoch haben wir uns nicht ergeben und selbst über 60 Minuten Vollgas gegeben. Die 32 erzielten Treffer stimmen uns positiv, denn auf die kranke Nives Ahlin mussten wir komplett verzichten, aber mit unseren zehn Feldspielerinnen, davon drei A-Jugendlichen, waren wir absolut wettkampffähig.“

Nach Pluspunkten gleichauf mit Buxtehude, das noch ein Nachholspiel in Blomberg zu absolvieren hat, bleiben auch Frisch Auf Göppingen und Bayer 04 Leverkusen. Göppingen besiegte den vorher punktgleichen VfL Oldenburg mit 30:22 (16:9). „Wir haben am Ende mit acht Tore gewonnen und auch die zweite Halbzeit für uns entschieden. Wir haben hinten wieder überragend gestanden. Es kostet viel Kraft, deswegen kann ich verstehen, dass am Ende ein paar Fehler passieren und wir im Angriff schlechter agieren als im ersten Durchgang“, so Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic und Oldenburgs Coach Niels Bötel betonte: „Wir haben 12 komplett Freie und einige Siebenmeter vergeben. Dann ziehen sie mit sieben weg. Das war schwer aufzuholen.“

Leverkusen hingegen konnte sich in den letzten zwanzig Minuten gegen die Neckarsulmer Sport-Union absetzen und am Ende ein 34:27 (13:14) feiern. „In der ersten Halbzeit haben wir eine durchschnittliche Deckungsarbeit gezeigt. Wenn man gut deckt, kann man Tempo spielen. Das ist uns in der ersten Halbzeit leider nur streckenweise gelungen. Im zweiten Durchgang haben wir insbesondere aus unserer sicheren Abwehr heraus Selbstbewusstsein fürs Angriffsspiel getankt. Anne Jochin hat hier die richtigen strategischen Angriffsmittel für Anouk (van de Wiel, Anm.) und Mia (Zschocke, Anm.) eingesetzt“, so Leverkusens Trainerin Renate Wolf und NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic bilanzierte: „In der 1. Halbzeit haben wir wirklich gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Wir hatten Leverkusen im Griff, haben sie oft ins Zeitspiel gezwungen und sind sehr gut in der Abwehr gestanden. Aber in der zweiten Hälfte hat unsere Abwehr nicht mehr stattgefunden.“

Gleich um drei Plätze nach unten ging es für Borussia Dortmund, das mit 20:23 (11:10) gegen die nun auf Platz acht vorgerückte HSG Blomberg-Lippe verlor. „Diese einfachen Tore geben am Ende den Ausschlag“, so Dortmungs Trainerin Ildiko Barna auf den Doppelschlag von der einstmal in Dortmunds Jugend spielenden Nationalspielerin Alicia Stolle zum 19:21 (58.) und betonte: „Beide Mannschaften haben in der Abwehr gut zugepackt. Wir haben mit Mira Emberovics bereits in der ersten Halbzeit unsere Abwehrchefin verloren.“ „Es war immer knapp gegen Dortmund, dieses Mal waren die Kleinigkeiten auf unserer Seite“, freute sich hingegen Blombergs Trainer Andre Fuhr.