Konzertierte Aktion für bezahlbaren Wohnraum

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Fachtagung im Kreishaus Ludwigsburg bringt Wohnbau-Akteure an einen Tisch

Ludwigsburg.| Eine Kreisbaugesellschaft wird es vorerst wohl nicht geben –dafür aber eine konzertierte Aktion von Kreisverwaltung, Liga der freien Wohlfahrtsträger und privaten Wohnbauträgern im Landkreis Ludwigsburg. Das war das Ergebnis einer Fachtagung im Kreishaus Ludwigsburg, die sich der Frage gewidmet hat, wie im Kreis die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vorangebracht werden kann.

Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware – gerade in einem attraktiven, dicht besiedelten Landkreis wie Ludwigsburg. Doch welche Ansatzpunkte gibt es für die Kreispolitik? Diesem Thema hat sich eine Fachtagung am 28. November im Kreishaus gewidmet. Landrat Dr. Rainer Haas hatte alle Kreistagsabgeordneten und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Akteure der Wohnungswirtschaft und die Liga der freien Wohlfahrtspflege zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Der Einladung folgten rund 60 Personen. Bei dieser Veranstaltung wurden verschiedene Handlungsoptionen beleuchtet:

Andreas Veit, Geschäftsführer der Wohnungsbau Ludwigsburg zeigte die Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten einer kommunalen Wohnbaugesellschaft auf. Thomas Dalm, Geschäftsführer der Kreiswohnbaugesellschaft mbH Filstal, stellte die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer Kreisbaugesellschaft vor. Sozialdezernent Alfred Schmid aus dem Landkreis Böblingen berichtete von den bisherigen Erfahrungen des 2016 gegründeten Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum im Landkreis Böblingen. Der letzte Impuls kam aus der Stadt Karlsruhe: Seit Jahren akquiriert Steffen Schäfer von der Fachstelle für Wohnraumsicherung sehr erfolgreich leerstehenden Wohnraum.

Deutlich wurde: Eine Kreiswohnbaugesellschaft wird es wohl nicht geben. Die kommunalen Wohnbaugesellschaften haben auf diesem Feld bereits gute Ansätze. „Als Ergebnis könnte ich mir eine konzertierte Aktion für bezahlbaren Wohnraum vorstellen“, sagte Landrat Haas. Diese Idee eines Bündnisses für Wohnen kam bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut an und könnte das Thema im Landkreis inhaltlich weiter voranbringen. Dabei soll, so das Fazit der Veranstaltung, das Karlsruher Modell genauer in den Blick genommen werden. „Wir werden das Thema in die nächste Arbeitstagung des Sozial- und Jugendhilfeausschusses einbringen“, versprach Rolf Hahnenkratt, Sozialdezernent im Kreishaus Ludwigsburg in seinen abschließenden Worten.

Hintergrund der Veranstaltung waren zwei Anträge im Verwaltungsausschuss im Juli 2017: Die Kreistagsfraktion der SPD hatte in ihrem Antrag die Bildung eines lokalen Bündnisses zur Schaffung eines erweiterten Angebots an bezahlbarem Wohnraum, beispielsweise in Form einer Kreiswohnbaugesellschaft, vorgeschlagen, die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN hatte in ihrem Antrag die Gründung einer gemeinnützigen Kreisbaugesellschaft angeregt.