Fördern, fortführen, bauen

174
Grafik: WBL
So schafft die WBL günstigen Wohnraum  

Ludwigsburg.| Die Wohnungsbau Ludwigsburg (WBL) sorgt für günstigen Wohnraum – und das bereits seit über 60 Jahren. So lagen im Jahr 2015 rund 68,3 Prozent des von der Stadt Ludwigsburg subventionierten Wohnraums in den Händen der WBL. Seit der Gründung besteht die Kernaufgabe darin, Lösungen zu finden, um bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.  Zugleich soll die WBL Impulse für die Entwicklung städtischer Quartiere setzen. Mit Neubau-projekten allein lassen sich diese Anforderungen nicht angehen. Die WBL setzt daher auch auf die Neubegründung von öffentlich gefördertem Wohnraum im Bestand.    Die WBL hat eine Bestandsaufnahme vorgenommen, um zu erfassen, wo diese Neubegründung möglich ist. Das Ergebnis: 131 Bestandswohnungen in den Stadtteilen Grünbühl, Neckarweihingen, Oßweil, Pflugfelden, Poppenweiler, Stadtmitte und Weststadt wird die WBL mit dem seit April 2017 geltenden Förderprogramm „Wohnungsbau BW 2017“ fördern. Das bedeutet: Sie werden in noch günstigeren Wohnraum umgewandelt. „Wir nutzen intensiv die Möglichkeit, Wohnungen öffentlich zu fördern, auch wenn diese bisher schon unter den ortsüblichen Vergleichsmieten angeboten werden“, sagt Michael Schanz, Leiter des Immobilienmanagements bei der WBL. „Die Wohnungen werden im Rahmen des Förderprogramms „Wohnungsbau BW 2017“ über 30 Jahre gefördert, das schafft dauerhaft Sicherheit“, erläutert er.

Fortführung der Förderung bei 141 Wohnungen
Die WBL besitzt zudem 141 Wohnungen, bei denen die an die Belegungsbindungen gekoppelte Förderung zeitlich bis 31.12.2018 auslaufen wird. Diese will sie dauerhaft günstig anbieten – durch eine vollständige 30-jährige Fortführung der Mietpreis- und Belegungsbindung und damit der Förderung.  Damit trägt sie Sorge dafür, dass dringend benötigter Wohnraum für einkommensschwache Haushalte erhalten bleibt.  „Unser Sozialauftrag steht immer im Fokus. Egal, ob es um Bauen oder Sanieren geht“, sagt Andreas Veit. Der Vorsitzende der WBL-Geschäftsführung betont, dass die WBL „bezahlbaren Wohnraum schafft auch für Menschen, die sonst keine Chance hätten, welchen zu finden.“

Über 2.300 Wohnungen unter der ortsüblichen Vergleichsmiete
Die Arbeit der WBL hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Balanceakt entwickelt. Einerseits will die WBL Menschen mit mittlerem und geringerem Einkommen sowie Neubürgern ein Zuhause geben. Andererseits gilt es, den günstigen Wohnraum zu finanzieren. Das ist eine Herausforderung, schon weil Bau- und Baunebenkosten zwischen 2000 und 2016 um 49 Prozent gestiegen sind.  „Wir kalkulieren sorgfältig, schöpfen alle Fördermöglichkeiten aus, setzen auf unser eigenfinanziertes „Fair Wohnen“-Modell, auf freiwillige Mietpreisreduzierung und auf innovative Bauprojekte“, sagt Andreas Veit. Das Ergebnis wird beim Blick auf die über 2.300 Mietwohnungen der WBL deutlich: Die Durchschnittsmiete beträgt bei diesen nur 6,80 Euro pro m2. Sie liegt damit deutlich unter dem Mittelwert des Mietspiegels, den die Stadt Ludwigsburg für 2017 mit 8,74 Euro angibt. „Wir haben aktuell 638 Wohnungen im Bestand, die sowohl öffentlich gefördert als auch freiwillig preisgedämpft vermietet sind. Darüber hinaus stellen wir dem Wohnungsmarkt im Rahmen der Neubegrün-dung weitere 131 öffentlich geförderte Wohnungen zur Verfügung, sodass wir in der Zukunft über 800 Wohnungen für den sozialen Bedarf anbieten können“, erläutert Michael Schanz.

Flexibel und ohne Fördermittel von Stadt und Land: Das „Fair Wohnen“-Modell 
Darüber hinaus vermietet die WBL derzeit 75 Wohnungen nach dem flexiblen „Fair Wohnen“-Modell. Herzstück des Modells sind subventionierte Mietpreise, die sich flexibel am Verdienst der Bewohner ausrichten. Ob für Familien mit Kindern, Alleinstehende oder Ehepaare: Die Mieten in diesen Wohnungen liegen bis zu 3 Euro pro Quadratmeter unter den aktuell ortsüblichen Vergleichsmieten und sogar bis zu 5 Euro pro Quadratmeter unter der erzielbaren Marktmiete. Jeder Neubau, in dem das „Fair  Wohnen“-Modell angewendet wird, verfügt über gleichwertig ausgestattete Wohnungen. Zum Modell gehören Eigentumswohnungen, reguläre sowie preisgedämpfte Mietwohnungen. Die WBL verkauft einen Teil der Wohnungen und investiert die Erlöse in bezahlbaren Wohnraum. Die Subvention der Miete reduziert sich oder entfällt, sobald sich das Einkommen der Bewohner verbessert. Nach dem „Fair Wohnen“-Modell vergebene Wohnungen werden ohne Fördermittel von Stadt und Land finanziert.  „Die WBL subventioniert aus eigenen Mitteln, ganz im Sinne unserer Kernaufgabe, günstigen Wohnraum zu schaffen“, sagt Andreas Veit.

Neubauprojekte mit Preisdämpfung
Neuer Wohnraum ist extrem knapp. 121 Mietwohnungen, teils schon im Bau, teils in Vorbereitung, wird die WBL schaffen. Sie entstehen aktuell bereits in der Abelstraße (5) und der Carephillystraße (42). Geplant sind sie in der Heinrich-Schweitzer-Straße (50) und in der Marbacher Straße (24). Ein Teil der Wohnungen wird gefördert oder von der WBL freiwillig im Preis reduziert. Damit kann dem überhitzten Mietwohnungsmarkt ein weiteres Angebot zur Verfügung gestellt werden.  Weitere Baumaßnahmen für Mietwohnungen, beispielsweise im Gebiet Muldenäcker, sind aktuell in Planung. Denn in den kommenden Jahren soll noch mehr günstiger Wohnraum geschaffen werden. Direkt in der Stadt ebenso wie in den Stadtteilen. In der Jägerhofkaserne (Hindenburgstraße) werden etwa 170 Wohnungen entstehen, darunter auch über das  Förderprogramm „Wohnungsbau BW 2017“ geförderter Wohnraum. Zudem wird die WBL im Westen Grünbühls 420 neue Wohnungen bauen. Von den 280 Mietwohnungen werden etwa 140 preisgedämpft sein, sowohl nach öffentlichen Förderprogramm als auch nach dem „Fair Wohnen“-Modell.

Das Fazit von WBL-Geschäftsführer Andreas Veit: „Wir haben den größten Bestand an günstigen Mietwohnungen in Ludwigsburg.“ Veit betont, dass die Hauptaufgabe der WBL nicht darin liegt, Gewinne zu erwirtschaften. „Wir sehen es als unsere Pflicht, uns speziell um die schwächer gestellten Bürger sowie die Mitte der Gesellschaft zu kümmern.“ Zugleich hebt Veit die Bedeutung der WBL für die Stadtentwicklung und das Stadtbild hervor: „Unsere Projekte fördern die Lebensqualität in den Quartieren. Sie nutzen damit allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt.