Die parenterale Ernährung als alternative Ernährungsmethode im Krankheitsfall

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Bild: Pflegepersonal kümmert sich um Patienten | Foto: pixabay © mohamed1982eg (CCO Creative Commons)

Eine Vielzahl von Krankheiten ziehen Mangelerscheinungen nach sich. Betroffene leiden aufgrund dessen oftmals unter einem geschwächten Immunsystem und sind anfälliger für Infektionen. Von allgemeiner Mangelernährung ist die Rede, wenn Patienten in einem halben Jahr unbeabsichtigt etwa zehn Prozent ihres gesamten Gewichts verlieren. In solchen Fällen ist es wichtig, mit geeigneten Therapiemaßnahmen zu reagieren, um den Patienten zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen. Die parenterale Ernährung ist eine solche Methode für Patienten, deren Schluck- oder Verdauungsmechanismen nicht oder nur noch eingeschränkt funktionieren. Dies ist oftmals der Fall, wenn die Betroffenen an Krebs oder akuten wie chronischen Magen-Darm-Krankheiten leiden.

Die parenterale Ernährung ist auch zu Hause möglich
Es ist für Angehörige wie Patienten nicht leicht, mit einer akuten oder chronischen Erkrankung umzugehen. Einige Angehörige sind mit solch einer Situation überfordert, leiden unter seelischen und psychischen Problemen und sind auf professionelle Hilfe angewiesen. Der entscheidende Vorteil einer parenteralen Ernährung ist, dass diese im eigenen Haus unter Anleitung von qualifizierten Fachkräften erfolgen kann. Diese Art der Betreuung hilft dabei, die Angehörigen zu entlasten. Neben den Krankenpflegern, welche für die medizinische Betreuung der Patienten verantwortlich sind, können Angehörige über eine Agentur wie die Lebenshilfe24 GmbH kompetente Pflegekräfte beauftragen, welche sich um das seelische und körperliche Wohlbefinden der Patienten kümmern. Sie ermöglichen den Patienten ein besseres Leben in der vertrauten, häuslichen Umgebung mit der Chance auf einen selbstbestimmten Alltag. Für viele Angehörige und Patienten ist dies eine sinnvollere Variante als ein langer Aufenthalt in einem Krankenhaus oder Pflegeheim.

Wie funktioniert die parenterale Ernährung?
Das Wort „parenteral“ ist lateinischen Ursprungs und definiert eine Ernährungsweise ohne die Mitwirkung von Magen und Darm. Eine parenterale Ernährung ist oftmals bei Krebserkrankungen (Darmkrebs, Magenkrebs oder Tumore in der Speiseröhre) oder Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes notwendig. Bei dieser Ernährungsweise erfolgt die Aufnahme von Nährstoffen durch eine Infusion, welche in eine Vene verabreicht wird. Die Nährstoffe gelangen dabei mithilfe der  Infusionen direkt in den Blutkreislauf. Zu den verabreichten Nährstoffen gehören:

  • Kohlenhydrate (meist als Traubenzucker), Eiweiß als Aminosäuren, Fettemulsionen sowie eine Mischung aus Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.
  • Die Infusion erfolgt dabei entweder über eine Kanüle, einen Katheter oder mithilfe eines Spezialzugangs, dem „Port“.

Die Ziele der parenteralen Ernährung
Die parenterale Ernährungsweise möchte folgende Ziele erreichen:

  • Die Gesundheit der Patienten wiederherstellen oder den derzeitigen Zustand aufrechterhalten,
  • Mangelernährung ausgleichen und die Zufuhr von allen wichtigen Nährstoffen gewährleisten;
  • Sie soll das Grundbedürfnis einer vollwertigen Ernährung sichern und dafür sorgen, dass die Patienten trotz der alternativen Ernährung mobil bleiben.
  • Ferner möchte die parenterale Ernährung die weitere Integration der Patienten innerhalb der Gesellschaft ermöglichen.

Die parenterale Ernährung verbessert und verlängert das Leben von Krebspatienten
Parenterale Ernährung und Krebs gehen oft miteinander einher, da Gewichtsverlust und Mangelernährung zu den Begleiterscheinungen vieler Krebsarten zählen. Manche Krebsarten verzeichnen einen Anteil von bis zu 90% an unterernährten Patienten. Eine parenterale Ernährung wirkt sich hier als alternative Form der Ernährung lebensverlängernd aus und verbessert zugleich die Lebensqualität der Patienten. Die parenterale Ernährung lässt sich begleitend zur normalen Ernährung – als Nahrungsergänzung – oder zusammen mit Therapieformen gegen Krebs wie der Bestrahlung oder einer Chemotherapie anwenden. Studien der chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim zeigten einen positiven Effekt der zusätzlichen parenteralen Ernährung in Kombination mit Krebstherapien auf. Der Gesamtzustand der Patienten verbesserte sich aufgrund der zusätzlichen Infusionen während der stationären Behandlung.

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