Genossenschaftliche Idee ist Zukunftsmodell

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Der Vorstand der Volksbank Ludwigsburg (v.l.n.r.): Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Thomas Küster, Vorstandsvorsitzender Karlheinz Unger und Vorstandsmitglied Joachim Sandner | Foto: Volksbank

Ludwigsburg.| Die Volksbank Ludwigsburg hat ihr Geschäftsjahr 2016 wirtschaftlich solide beendet. Auch in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen setzte die Bank ihren Kurs von Stabilität fort und hat entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt.

„Mit einer soliden Risikopolitik, mit erfolgreichen Produkten und treuen Mitgliedern haben wir im zurückliegenden Jahr 2016 einmal mehr gezeigt, dass unsere Volksbank Ludwigsburg nicht nur sicher, stabil und zuverlässig – sondern auch weiterhin erfolgreich ist“, zog der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Volksbank Ludwigsburg, Thomas Küster, sein Resümee zum Vorjahr.

Bilanzsumme wächst deutlich
Die Bilanzsumme stieg um 10 Prozent und lag zum Jahresende 2016 mit 1,88 Milliarden Euro genau 172 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Zusammen mit den außerbilanziellen Kundenanlagen stiegen die bei der Volksbank Ludwigsburg betreuten Gelder von Privat- und Firmenkunden um 86 Millionen Euro auf 2,28 Milliarden Euro an.

Jahresergebnis weit über Erwartungen
Durch Kosteneinsparungen und eine sehr solide Risikopolitik lag das erzielte Gesamtergebnis der Ludwigsburger Volksbank im Berichtsjahr trotz der EZB-gesteuerten Nullzinslandschaft über den ursprünglichen Planungen.

Dieses vor Steuern deutlich höhere Jahresergebnis ermöglichte nicht nur eine Eigenkapitaldotierung um 3,3 Millionen Euro anstelle geplanter 2,1 Millionen, sondern auch die vorzeitige Ablösung von Kosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro, welche die Bank in den kommenden Jahren belastet hätten.

100 Millionen Euro Eigenmittel-Reserven
Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel gemäß Art. 72 CRR betrugen zum Jahreswechsel 184,7 Millionen Euro. Gesamtkapitalquote und Kernkapitalquote lagen damit weit über den gesetzlichen Forderungen. Daher verfügt die Bank aktuell – zusätzlich zu den gesetzlich geforderten Eigenmitteln – über eine Summe von mehr als 100 Millionen Euro, um Stabilität und Handlungsspielraum für die Zukunft und im Interesse der Mitglieder zu garantieren.

Hoher Mitgliederzulauf hält an
Die Mitgliederzahl der Volksbank Ludwigsburg betrug Ende 2016 exakt 76.872. Damit haben sich im abgelaufenen Jahr weitere 3.460 Menschen für eine Mitgliedschaft bei uns entschieden. Dies bedeutet im Durchschnitt ein jährliches Wachstum von rund 5 Prozent – rund das Dreifache des Landesschnitts hier in Baden-Württemberg oder der Wachstumszahlen im Bund. Wäre die Bank seit 2006 im Schnitt der Verbandszahlen gewachsen, hätten sie heute 25.000 Mitglieder weniger – dies hob auch Dr. Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbandes BVR, in seiner Videobotschaft aus Berlin hervor. Es bleibt erklärtes Ziel der Bank, dass sich alle Kunden für eine Mitgliedschaft entscheiden.

Erfolgreiche Partnerschaften
Beim Vertrieb von DZ-BANK-Zertifikaten ist die Volksbank Ludwigsburg seit nunmehr elf Jahren ununterbrochen die Nummer Eins unter allen Genossenschaftsbanken in ganz Deutschland. Im Geschäftsbereich Ratenkredite mit dem Angebot „easyCredit“ wurden die Ludwigsburger auch 2016 wieder die Nummer 1 von gut 200 Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg. EasyCredit-Vorstandschef Alexander Bolydreff war extra aus Nürnberg zur Vertreterversammlung der Volksbank Ludwigsburg angereist, um zu gratulieren.

Bei der Union Investment genießt die Bank Goldbankstatus, und für die R+V Versicherung ist sie Optima-Premium-Partner. Die Kooperation mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall hat der Volksbank bundesweit einen Platz in der Top 10 – nach Bilanzsummenklasse – und in Baden-Württemberg einen guten Platz 5 beim absoluten Absatz beschert. Das Provisionsergebnis aus diesen Verbundgeschäften lag 2016 mit knapp 17 Millionen Euro nur minimal unter den Rekordergebnissen der beiden Vorjahre.

Mehrere Auszeichnungen für Beratung und Service
Beim renommierten Ludwigsburger Kundenspiegel ist die Volksbank Ludwigsburg 2016 zum vierten Mal in Folge zur beliebtesten Bank in Ludwigsburg und Umgebung gewählt worden. Im zurückliegenden Jahr 2016 lag sie sogar in allen drei Bewertungskriterien auf Platz 1 und kam auf eine Gesamt-zufriedenheit von 89 Prozent unter den unabhängig befragten Bürgern. Anonyme Beratungstests der Wochenzeitungen „Die Welt“ und „Focus Money“ erbachten zudem Erstplatzierungen in der Privatkunden- und Firmenkundenbetreuung sowie der Vermögensberatung.

Wertschöpfung für die Region
Die Wertschöpfung, die die Volksbank Ludwigsburg für die Region erbringt, drückt sich in ihrer regionalen Leistungsbilanz für das Jahr 2016 aus:

  • 2,63 Millionen Euro Steuerzahlung
  • 4 Millionen Euro Steueraufkommen der Mitarbeiter
  • 15 Millionen Euro Kaufkraft für die heimische Wirtschaft.
  • 4,5 Millionen Euro Aufträge an hiesige Unternehmen
  • 210.000 Euro Spenden und Sponsoring
  • 2,3 Millionen Euro Dividendenausschüttung gemäß Beschluss der Vertreter vom Dienstagabend.

In Summe beträgt die regionale Leistungsbilanz für 2016 damit 28,7 Millionen Euro. In den zurückliegenden 10 Jahren hat die Bank insgesamt 348 Millionen Euro Wertschöpfung für die Region realisiert.

Neues Konzept setzt auf Filialerhalt
„Unsere Annahme ist, dass die Mehrheit unserer Mitglieder keine Filialschließungen möchte, selbst wenn der eine oder andere auch bei uns für sich keine Filialen mehr benötigt. Wir verfolgen daher eine Strategie, die auch später noch Weichenstellungen zulässt, um in der Folge korrigierend eingreifen zu können“, betonte Küster anlässlich der Präsentation des neuen Filialkonzepts, dass zuvor am Dienstagabend den Mitgliedervertretern der Volksbank erläutert worden war. Jede Filialschließung wäre nach seiner festen Überzeugung und Erfahrung zugleich ein unumkehrbarer Rückzug aus dem dortigen Markt.

Aus einer Position der Stabilität und Marktstärke heraus sehen alle Vorstände der Volksbank sehr gute Chancen und Ansätze in der Verschmelzung von Filialen als Point of Sale mit der digitalen Welt. Dieser Ansatz ist daher auch in ein Digitalisierungskonzept für Multichannel-Kommunikation und BigData-basiertem Marketing eingebunden, das aktuell in der Bank umgesetzt wird.

Das neue Filialkonzept sieht zentral eine strikte Trennung von Service und Beratung vor und ermöglicht so die weitere Verlagerung von kostenintensiven, aber bislang personen-bedienten Serviceangeboten in den SB-Bereich oder in digitale Services. Die Öffnungszeiten für personenbedienten Service wird dabei an die sorgfältig erhobene Nachfrage vor Ort angepasst. Kleinere Filialen werden künftig zwei Halbtage, mittlere Filialen vier oder fünf Halbtage und große Filialen sechs oder acht Halbtage für einen personenbedienten Service geöffnet sein. Die Bankzentrale in der Schwieberdinger Straße wird dann montags und donnerstags Dienstleistungsabende bis 19 Uhr bieten, die Filiale in der alten Bankzentrale am Arsenalplatz hat über die Mittagszeit durchgehend geöffnet.

An allen Standorten bleibt das Beratungsangebot für die Mitglieder und Kundenweiterhin nach Vereinbarung von Montag bis Freitag zwischen 8 und 20 Uhr unverändert. Alle Filialen wurden mit schnellen Internetverbindungen ausgestattet, dadurch sind etwa Experten für Baufinanzierung oder Wertpapieranlagen per Video zuschaltbar. Bei mittleren Filialen wurde das SB-Angebot ausgebaut, damit dort beispielsweise auch Einzahlungen künftig am Automaten möglich sind. Die Umsetzung erfolgt in zwei Tranchen am 19. Juni und 17. Juli 2017, die Mitglieder und Kunden werden im Vorfeld umfassend informiert.

„Es ist uns klar, dass der Abbau von Sofortkassen, die geänderten Öffnungszeiten und die Nutzung von neuen SB-Angeboten für unsere Mitglieder eine Umstellung bedeuten. Wir sind uns nach ersten Pilotversuchen aber sicher, dass eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder diesen Weg zum Erhalt der Filialen mitgeht. Auch deren Vertreter haben auf der gestrigen Vertreter-versammlung einen überwältigenden Zuspruch zum neuen Filialkonzept gegeben. Denn – um es auch an dieser Stelle in aller Deutlichkeit zu sagen – uns allen muss klar sein, dass ein ‚Weiter so wie bisher‘ keine überlebensfähige Alternative mehr ist“, so Küster. Bürger, deren Banken keinen Service vor Ort bieten würden, seien eingeladen, Mitglied und Kunde bei der Volksbank Ludwigsburg zu werden, und dann die Filialen zu nutzen. Auch dies stabilisiere die Standorte im Interesse aller Bürger weiter.

170 Jahre Bankgeschäfte
In diesem Jahr 2017 kann die Volksbank Ludwigsburg 170 Jahre Bankgeschäfte feiern. Schon 1847 erfolgte die Gründung einer „Localbank für kleine Gewerbe“ durch den Handels- und Gewerbeverein Ludwigsburg, der selbst erst 1846 gegründet worden war. Gemäß Sitzungsprotokoll vom 3. Juli 1862 empfahl der Vorstand des Gewerbevereins die Verschmelzung der Localbank mit einer zugründenden Genossenschaft aus der schließlich die heutige Volksbank Ludwigsburg hervorging. Hierüber will die Bank im Sommer ausführlicher berichten.