Schlosskirche und Ordenskapelle am Museumstag geöffnet

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Ludwigsburg.| Der „Internationale Museumstag“ am Sonntag, 21. Mai von 10 bis 17 Uhr, wird auch im Residenzschloss Ludwigsburg begangen: An diesem Tag sind die beiden Kirchen im Schloss frei zugänglich. Mit Schlosskirche und Ordenskapelle verfügt das Schloss über zwei Kirchen, eine katholische und eine evangelische – Zeugnisse einer ungewöhnlichen Geschichte. Eine weitere Attraktion an diesem Tag im Schloss: Wegen des großen Interesses wird es nochmals einen Sonderverkauf mit Restbeständen der Ludwigsburger Porzellanmanufaktur geben.

Dramatische Geschichten um die Schlosskirchen
Wie kam es dazu, dass im Residenzschloss Ludwigsburg zwei Kirchen eingerichtet wurden? Im Herzogtum Württemberg, bereits seit 1534 streng evangelisch, war natürlich auch die Herrscherfamilie evangelisch. Als Herzog Eberhard Ludwig im 18. Jahrhundert Schloss und Schlosskirche errichten ließ, war daher die Kirche in seiner Residenz evangelisch. Allerdings starbt mit Eberhard Ludwig die protestantische Linie der Familie aus. Der nächste Herzog, Carl Alexander, durfte für sich und seine Familie im evangelischen Residenzschloss die Schlosskapelle zur katholischen Kirche weihen lassen. Sein Sohn und Nachfolger Carl Eugen, ebenfalls katholisch getauft, musste als Landesherr des evangelischen Württemberg wieder eine Braut dieser Konfession heiraten. Für die junge Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth wurde daher eine neue Kirche eingerichtet: die heutige Ordenskapelle. Heute machen die beiden stimmungsvollen Kirchen das Ludwigsburger Schloss zu einem der beliebtesten Orte, wenn es ums Heiraten geht. Viele Tausend Paare haben sich über die Jahrzehnte und Generationen in einer der beiden Kirchen trauen lassen.

Freier Eintritt in die zwei Kirchen
Vom Schlosshof aus sichtbar sind sie beide nicht: Die beiden Kirchen ordnen sich im Gefüge der prächtigen Fassaden ganz unter. Betritt man die Schlosskirche, erlebt man einen prachtvollen Raum, reich mit Stuck ausgestattet und mit eindrucksvollen Fresken geschmückt: Man spürt geradezu den barocken Geist der italienischen Künstler, die hier am Beginn des 18. Jahrhunderts am Werk waren. Die Ordenskapelle, genau gegenüber der Schlosskirche, ist ebenfalls prächtig ausgestattet. Vor allem ihr grandioses Deckenfresko in lichten Rokoko-Farben zieht den Blick an. Im unteren Bereich hat sich die Ausstattung aus der Zeit erhalten, als König Friedrich I. von Württemberg hier die Mitglieder seines „Königlichen Adlerordens“ versammeln wollte. Am Sonntag kann man die beiden Kirchenbauten vergleichen. „Wir stellen die beiden Kirchen am Internationalen Museumstag ins Zentrum“ erläutert Stephan Hurst, der Leiter der Schlossverwaltung. An diesem Tag sind die beiden Sakralbauten frei zugänglich.

Schloss Ludwigsburg im Themenjahr „ÜBER KREUZ“
„Unsere ungewöhnliche Geschichte mit den beiden Kirchen steht in diesem Jahr immer wieder im Fokus“, sagt Stephan Hurst: 2017 haben die Staatlichen Schlösser und Gärten das Themenjahr „ÜBER KREUZ“ ausgerufen. Dabei geht es um die Reformation und ihre Folgen – und darum, die Schauplätze zu zeigen, an denen sich die Geschichte ereignete. Schloss Ludwigsburg ist einer dieser Orte. Mit „Religionen und Konfessionen im Ludwigsburger Schloss“ befasst sich daher auch eine neue Sonderführung mit Florian Indenbirken, die am 27. Mai um 13.30 Uhr ihre Premiere haben wird.

Porzellanverkauf am 21. Mai
Wegen der großen Nachfrage richten die Staatlichen Schlösser und Gärten am 21. Mai nochmals einen Verkaufsstand mit Porzellanen der Ludwigsburger Manufaktur ein. Die Staatlichen Schlösser und Gärten hatten nach der Auflösung der traditionsreichen Manufaktur die Restbestände übernommen – aus Verantwortung für die gemeinsame Geschichte. Die Schlossverwaltung die Möglichkeit, nach Voranmeldung einen Blick in das Porzellanlager zu werden. „Das ist unser besonderer Service für Sammler und Liebhaber, die hier vielleicht ihr ganz persönliches Wunschobjekt finden oder die Sammlung vervollständigen können“, sagt Stephan Hurst. Denn aus Platzgründen können im Verkaufsraum nicht alle Stücke ausgestellt werden. Für den Blick ins Lager ist eine Anmeldung – jeweils für höchstens zwei Personen – unter Telefon 07141.186460 oder per Mail ([email protected]) erforderlich.

21. Mai: Internationaler Museumstag
Der Internationale Museumstag steht in diesem Jahr unter dem Thema „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“. Der Aktionstag wird jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen und findet im Jahr 2017 bereits zum 40. Mal statt. Mit dem Aktionstag soll auf die thematische Vielfalt der mehr als 6.500 Museen in Deutschland und der Museen weltweit aufmerksam gemacht werden. Auch in diesem Jahr bieten die Museen am 21. Mai 2017 ein vielfältiges Programm zum Museumstag an.

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