SG BBM will am Doppelspieltag gegen Ferndorf vorlegen

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Das dritte Doppelspiel-Wochenende steht vor der Tür und wird das Geschehen in der 2. Liga mächtig voranbringen. Die Handballer der SG BBM Bietigheim müssen zunächst am Freitag beim TuS Ferndorf antreten (19:30 Uhr Sporthalle Kreuztal) und erwarten am Sonntag (17 Uhr) in der Viadukthalle den Aufsteiger HSG Konstanz.

Freitag/Sonntag. SG BBM-Coach Hartmut Mayerhoffer ist erklärtermaßen kein Freund dieses engen Spielrhythmus. Im Sinne der Gesundheit der Spieler sei die Regenerationsphase in einer körper- und kontaktintensiven Ballsportart wie Handball viel zu knapp bemessen. Und dennoch war die SG BBM einer der Profiteure der bislang zwei Doppelspiel-Wochenenden. Zu Beginn der Saison stand dieselbe Konstellation schon einmal auf dem Spielplan. Freitag gegen Ferndorf, am Sonntag in Konstanz. Und beide Male ging die SG BBM als Sieger vom Platz. Auch Mitte November blieben die Bietigheimer Ballwerfer zweimal siegreich, freitags gegen Rimpar, sonntags in Leutershausen.

Die Mayerhoffer-Schützlinge haben also ihr Stehvermögen in solchen Situationen bereits bewiesen. Die Ausgangslage vor diesem Wochenende ist für Mayerhoffer dennoch eine andere: „Uns haben im letzten Spiel ein Drittel der Feldspieler gefehlt. Das ist kurzfristig schwer zu kompensieren. In der Folge sind viele am Limit, wenn die Belastung nicht so gut verteilt werden kann.“ In der Hinrunde hat die SG BBM häufig in der Schlussphase noch zulegen können. Das war bei der jüngsten 28:30-Heimniederlage gegen Nordhorn-Lingen nicht der Fall. Der Tabellenvierte muss weiter auf die verletzten Tim Dahlhaus und Jan Döll verzichten und geht mit einem durch Spieler des Nachwuchsteams verstärkten Kader in die beiden Partien. Zumindest Kapitän Julius Emrich kehrt nach seiner Hüftverletzung ins Team zurück.

Der TuS Ferndorf befindet sich auf Position 17 auf einem der Abstiegsränge und muss sich in dieser Situation auch gegen eines der Teams an der Spitze etwas ausrechnen. Mut machen dürfte den Jungs von TuS-Coach Michael Lerscht, dass die Bilanz der letzten zehn Spiele seit Mitte November ausgeglichen ist. 10:10 Punkte sind nicht die Ausbeute eines Absteigers. Ferndorf muss seit dem 10. Spieltag auf seinen Rückraumwerfer Florian Baumgärtner verzichten, der im Rahmen seines Doppelspielrechts nur noch beim VfL Gummersbach zum Einsatz kam. Abwehrstratege Uros Paladin spielte nach einer Rückenverletzung im Jahr 2017 noch nicht.

Die Westfalen haben auf die „Verletztenmisere der letzten Wochen und Monate“ und die Tabellensituation reagiert und mit dem früheren mazedonischen Nationalspieler Nikola Stojčevski (32) und dem Franzosen Michelin Celestin (31) zwei erfahrene Leute für den Rückraum verpflichtet. „Die beiden bringen natürlich nochmal Qualität ins Spiel“, urteilt Mayerhoffer. „Das zeigt, dass Ferndorf gewillt ist, im Abstiegskampf alles zu geben.“ Viel Verantwortung ruht auch auf den Topwerfern Miroslav Volentics (74/1 Tore) und Daniel Mestrum (67), die beiden Außen beweisen im Tempospiel des TuS ihre Abschlussqualitäten. Und die Mannschaft kann sich auf ihre Defensivqualitäten stützen. Nur 532 Gegentore stehen zu Buche. Zum Vergleich: Die Torleute der SG BBM mussten schon 540 Mal hinter sich greifen.

Die volle Konzentration ruht bei der SG BBM zunächst auf der Partie am Freitag in Ferndorf, auch wenn das Baden- Württemberg-Derby gegen die HSG Konstanz bereits am Horizont steht. Aber Taktieren ist nicht das Ding der Bietigheimer Handballer und ihres Trainers. „Für uns zählt jeder Punkt“, sagt Mayerhoffer, „deshalb denken wir momentan nur an das Spiel in Ferndorf.“ Und vorab sich schon Gedanken zu machen, an welcher Stelle eventuell Kräfte geschont werden könnten, das geht erfahrungsgemäß gerne in die Hose. „Natürlich wäre es hilfreich, wenn wir gut aus dem Spiel in Ferndorf kommen, aber Alternativen haben wir eh nicht mit unserem kleinen Kader“, sagt Mayerhoffer. „Grundsätzlich sind wir physisch in einem guten Zustand. Wenn wie jetzt die Spieler zu viel vorne wie hinten gehen müssen, dann geht das über die 60 Minuten jedoch nicht spurlos an ihnen vorbei.“