Steinmeier ist neuer Bundespräsident

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Bild: Nicht nur Politiker nehmen an der Bundespräsidentenwahl teil. Foto: Bundesregierung/Kugler

Berlin.| Frank-Walter Steinmeier ist der 12. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Im ersten Wahlgang erhielt er bereits die erforderliche absolute Mehrheit: 931 der 1.260 Delegierten wählten den 61-Jährigen. Unter Leitung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert wählte die Bundesversammlung Frank-Walter Steinmeier zum Nachfolger von Joachim Gauck.

Die Wahl erfülle ihn mit großer Freude und sein „großer Respekt vor diesem Amt bleibt“, sagte Steinmeier unmittelbar nach der Verkündung des Wahlergebnisses. Er dankte seinem Vorgänger Gauck, „einem Bundespräsidenten, der diesem Amt und unserem Land gutgetan hat, ein Präsident, der für die Freiheit spricht und der das Glück der Freiheit mit jeder Faser verkörpert.“

Deutschland ist Anker der Hoffnung
In stürmischen Zeiten, in denen die Welt aus den Fugen zu geraten scheine, komme es auf den Kitt der Gesellschaft an, so Steinmeier weiter. Er fände es „wunderbar, dass dieses Land für viele in der Welt ein Anker der Hoffnung geworden ist“. Deutschland mache anderen Mut, nicht weil alles im Land gut sei, „sondern weil wir gezeigt haben, dass es besser werden kann“.

Dabei machte er deutlich: „Wir müssen den Anspruch, Fakt und Lüge zu unterscheiden, an uns selbst stellen.“ Es gelte, nicht die Realität zu leugnen, sondern sie verbessern zu wollen.

Steinmeier forderte die Menschen auf, Freiheit und Demokratie in einem vereinten Europa mutig zu bewahren: „Dieses Fundament, das wollen, das müssen wir miteinander verteidigen: Es ist nicht unverwundbar, aber ich bin fest davon überzeugt, es ist stark.“

Merkel: „Ein guter Tag für die Bundesrepublik Deutschland“
Bundeskanzlerin Angela Merkel freute sich über die Wahl Steinmeiers zum neuen Staatsoberhaupt. „Ich bin überzeugt, er wird ein hervorragender Bundespräsident sein“, sagte sie nach der Wahl im Reichstag in Berlin.

Er werde Bundespräsident in „schwierigen Zeiten“ sein. „Und ich traue ihm zu, dass er unser Land durch diese schwierigen Zeiten in seiner Funktion sehr gut begleiten wird“, so die Kanzlerin weiter.

Die Wahl des 12. Bundespräsidenten
Neben den 630 Abgeordneten waren unter den Wahlmännern und -frauen auch zahlreiche Prominente, wie Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, Schauspielerin Natalia Wörner, Comedian Hape Kerkeling, Schlagersänger Roland Kaiser, Travestiekünstlerin Olivia Jones und Schauspielerin Iris Berben.

Fünf Kandidaten stellten sich zur Wahl: CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP hatten gemeinsam den SPD-Abgeordneten und früheren Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nominiert.

Neben Steinmeier kandidierten der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge (Linke) und der Vize-Bundesvorsitzende der AfD, Albrecht Glaser. Der TV-Richter Alexander Hold wurde von den Freien Wählern des Bayerischen Landtags gestellt. Als Kandidat der Piratenpartei ging der Vater des EU-Abgeordneten und Satirikers Martin Sonneborn, Engelbert Sonneborn ins Rennen.

Butterwege erhielt 128 Stimmen, auf Glaser entfielen 42 Stimmen. Für Hold stimmten 25 der Delegierten, für Sonneborn 10. Es gab 103 Enthaltungen.