Mehr Güterverkehr auf die Schiene

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Bahn will Containerdepot ausbauen – Stadtverwaltung sieht gute Chancen für Flächengewinn
Verkehrsminister Hermann zu Besuch in Kornwestheim

von Michael Schau

KORNWESTHEIM. Der Minister für Verkehr und Infrastruktur Winfried Hermann war im Rahmen seiner Sommertour extra nach Kornwestheim gereist, um sich über die Schienenlogistikanlagen der Deutschen Bahn zu informieren. Bei seiner Besichtigung wurde er von Oberbürgermeisterin Ursula Keck und Eckart Fricke, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn begleitet.

“Der Containerumschlag boomt”, sagte Fricke während der Besichtigung, “und das Depot der Bahn-Tochter DB Intermodal Services in Kornwestheim bewegt sich an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit”. 73.000 Container werden jedes Jahr in Kornwestheim umgeschlagen. Leere Container lagert die DB Intermodal Services auf circa 40.000 m² verteilt auf 4 Plätzen im Bahngelände. Das ist unwirtschaftlich und logistisch bald nicht mehr machbar. Die Deutsche Bahn will nun Flächen zusammenlegen und alles an einem Standort positionieren. 7 Millionen Euro will die Deutsche Bahn dafür in die Hand nehmen. Das Gelände soll auf 51.000 m² erweitert werden. Das Vorhaben soll bis 2014 abgeschlossen sein. Kornwestheim ist das zweitgrößte Containerdepot in Deutschland und steht damit in der Prioritätenliste ganz oben.

Einen direkten Vorteil werden dann die Anwohner spüren, entfällt dann doch ein großer Teil der bisherigen Lärmbelästigung. Auch Oberbürgermeisterin Keck ist von den Plänen angetan. Kornwestheim verfügt über eine Gemarkung von 1.465 ha Größe. Die Stadt ist ein wichtiger  Wirtschaftsstandort und hat mit die bedeutendste Terminalumschlagsanlage in Baden-Württemberg. Allein Porsche und Daimler in Stuttgarter Nachbarschaft könnten gar nicht darauf verzichten. 18 % des überbauten Bereichs in Kornwestheim sind Bahnflächen. Ein besonderes Manko ist die Teilung der Stadt durch die S-Bahn-Strecke am Bahnhof. Hier bestehen noch Gleise, die nicht mehr benötigt werden. In der Stadtverwaltung macht man sich Gedanken, wie man eine sinnvolle Verbindung schaffen kann. Kurt Schaible, Leiter des Bauverwaltungsamtes, zeigte während einer Rundfahrt die verschiedenen neuen Wohngebiete auf, die im ehemaligen Salamander-Areal entstanden sind. Hier hat die Stadtverwaltung Beeindruckendes geschaffen. Schaible will weiter konzentriert an der Optimierung der Bestandsflächen und dem Flächengewinn für zukünftige Stadtentwicklungen arbeiten. Hier sieht er sehr gute Chancen für die Stadt.

Eine Machbarkeitsstudie soll nun in Auftrag gegeben werden. Sie soll Aufschlüsse geben, wie man die Weststadt mit dem ehemaligen Salamander-Areal besser an die Stadtmitte anbinden kann. Die etwa 90.000 Euro teure Studie wird gemeinsam von der Stadtverwaltung, der Deutschen Bahn und der Firma Aurelis, die Eigentümer großer Flächen ist, getragen. Sie soll dann in einem Jahr vorliegen.

Die einstige “Salamander- und Eisenbahnerstadt” beheimatet viele mittelständische Firmen. Als Wohnstandort profitiert die Stadt aus ihrer Nähe zu Stuttgart und die Lage im Ballungsraum. Das zieht eine weitere Bevölkerungszunahme nach sich, die Ausweisung von Bauland ist unerlässlich. Seit 2004 konnten durch Innenentwicklung 5,7 ha Bauland durch Umnutzungen und Revitalisierungen ausgewiesen werden. der Erfolg lag auf der Hand: circa 720 neue Einwohner bekamen neuen Wohnraum. Ab 1974 hat man insgesamt elf städtebauliche Erneuerungsgebiete bearbeitet mit dem Ziel, die Stadterneuerung voranzubringen. Nun ist man auf einem guten Weg, Kornwestheim für die Zukunft zu rüsten.